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Dieter, ich komme!

Maue Stimmung beim "DSDS"-Casting
 

Mit der Vorstellung im Kopf, von hysterischen Gesangstalenten erdrückt zu werden, nähert man sich dem Wilhelmsplatz. Hier wird sich entscheiden, wer weiterkommt - beim offiziellen Casting. Doch wenn man den mit dem "DSDS"-Logo überzogenen Truck auf dem Wilhelmsplatz umrundet hat, tummeln sich dort lediglich einige Jugendliche vor einer relativ überflüssigen Absperrung am Boden. Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass der ganz große Hype bei "DSDS" im achten Jahr vorbei ist.

Von Romina Biesenthal

"Beim ersten Mal, da war ich noch aufgeregt und dachte, ich würde Dieter Bohlen sehen, aber der kommt ja gar nicht", erzählt Jaqueline Akkaya (18), die bereits vorgesungen hat. "Da sitzen nur zwei Leute, die keiner kennt." Von den "Unbekannten" bekommt man auch keinerlei Bohlen-Gemeinheiten zu hören. Lediglich ein stereotypes "Für dich hat es heute leider nicht gereicht." Die Anzahl der Casting-Teilnehmer bei "DSDS" ist ganz offensichtlich drastisch gesunken. Daher wurde das Casting-Gebiet auch auf Österreich und die Schweiz erweitert.

Als Nächstes ist der Cowboy mit Hippie-Ausstrahlung und Gitarre an der Reihe. Er hat sich mit einem "religiösen Lied" sowie dem Hit von Group Tekan "Wo bist du, mein Sonnenlicht?" auf das Casting vorbereitet. Sein Name ist Michael Decker, er ist 22 Jahre alt und gar nicht so verrückt, wie er aussieht: "Ich will gar nicht ernsthaft ,weiterkommen"", schmunzelt er.

Insgesamt sechs "Nachwuchskünstler" wurden bereits zum Recall durchgewunken. Eine davon kommt gerade aufgeregt von ihrem Interview zurück. "Dauernd wollten die wissen, ob ich einen Freund habe! Ich habe Nein gesagt, und die fragen weiter: Ja, warum nicht? Weil ich hässlich bin?! Wollt ihr das hören?", beschwert sich die hübsche, Casting-erprobte Jaqueline Garasic.

Auch sie meint, dass sie erst, wenn sie am 13. September in München vor Bohlen und seiner neuen Jury mit Patrick Nuo und Fernanda Brandao singen muss, aufgeregt sein wird. Der scheint ohnehin das oberste Gericht für die jungen Menschen zu sein: "Wenn Dieter dann sagt, meine Stimme ist scheiße - gut, dann ist das halt so, und dann hör ich auch damit auf", meint Akkaya. Auf den dezenten Hinweis, dass es in Stuttgart zahlreiche Musiker gäbe, die ihnen ein qualifizierteres Urteil bezüglich ihrer Gesangsstimme geben könnten, reagieren die Jugendlichen erstaunlich einsichtig.

Doch trotzdem bleibt der Titan des Showbusiness eine riesige Verlockung für sie. Etwas zwingt sie dazu, diesen Mann aufsuchen zu wollen. "Der ist arrogant, und wie er die Leute fertig macht, das ist total blöd!", sind sie sich einig.

Das kann es also nicht sein. Oder etwa doch gerade das?


09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 07:00 Uhr

 






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