4700 Erstklässler erhalten wichtiges Training
ADAC und Polizei starten Aktion "Sicherer Schulweg 2010" in der Rosenschule
Günter Knopf, Vorsitzender des ADAC Württemberg und Polizeioberrat Roland Haider, Leiter der Verkehrspolizei in Stuttgart, haben an der Rosenschule in Zuffenhausen den Startschuss für die Aktion "Sicherer Schulweg 2010" im neuen Schuljahr gegeben. Über 200 Eltern und Kinder nahmen am Dienstag, 7. September, am Aktionstag teil.
Günter Knopf appellierte an die Kraftfahrer, besondere Rücksicht auf Schulkinder zu nehmen. Der Erste Vizepräsident des ADAC in Deutschland präsentierte eine bundesweite ADAC-Untersuchung. Dabei wurden in Tempo 30-Zonen vor Schulen die Geschwindigkeiten von insgesamt 44 000 Fahrzeugen gemessen. "Rund 60 Prozent der Autofahrer waren zu schnell unterwegs."
Der bundesweite Rekordwert wurde vor einer Grundschule in Hamburg mit 96 km/h aufgestellt, der Höchstwert in Stuttgart (vor der Fasanenhofschule) betrug 51 km/h. "Deshalb fordern wir regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen vor Schulen", sagte Günter Knopf, "darüber hinaus sollten die Innenministerien der Bundesländer sicherstellen, dass die Polizei wichtige Präventions- und Aufklärungsarbeit im Umfeld von Schulen fortfüh-ren und ausbauen kann." Er verwies darauf, dass der Anhalteweg bei einem Pkw bei 30 Stundenkilometer auf trockener Straße bereits 13 Meter beträgt, bei 50 km/h sogar schon 26 Meter.
Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Straßenverkehr, insbesondere das Schulwegtraining für ABC-Schützen, ist ein wichtiges Anliegen der Stuttgarter Polizei. "Wenn Kinder sich sicher im Straßenverkehr bewegen und beispielsweise die Bordsteinkante als Stoppstelle verstehen, können rund 35 Prozent der Verkehrsunfälle mit Kindern verringert werden", sagte Roland Haider. Im Jahr 2009 verunglückten in Stuttgart 178 Kinder bei Verkehrsunfällen; 21 weniger als im Vorjahr. In knapp 40 Prozent dieser Verkehrsunfälle liefen die Kinder über die Straße, ohne auf den Verkehr zu achten und in mehr als 30 Prozent der Unfälle traten sie plötzlich hinter einem Sichthindernis auf die Straße.
"Glücklicherweise ist auch im Jahr 2009 in Stuttgart kein Kind im Straßenverkehr getötet worden", erklärte Haider. Allerdings blieb die Anzahl der Schulwegunfälle mit 20 Unfällen auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2008. "Das zeigt uns deutlich, dass wir das Schulwegtraining intensivieren und auch die Eltern in das Training mit einbeziehen müssen, um die Anzahl der Unfälle auf dem Schulweg dauerhaft zu minimieren."
Der Aktionstag findet jedes Jahr kurz vor Schulbeginn an einer anderen Grundschule statt, wird seit 1984 gemeinsam vom ADAC Württemberg und der Stuttgarter Polizei veranstaltet. Mit einem bereit gefächerten Informations- und Aktionsprogramm werden den Erstklässlern, ihren Eltern und allen Interessierten Tipps zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr gegeben. Die Polizei gibt einen Einblick in das Schulwegtraining. Auf einem Parcours können die Schulanfänger zudem das richtige Verhalten im Straßenverkehr spielerisch lernen, aber auch ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Zudem hat das bekannte Kindermitmachtheater "Das kleine Zebra" einen Auftritt.
In den Wochen nach dem Schulbeginn werden die Beamten der Verkehrserziehung die ersten Klassen aller Stuttgarter Grundschulen besuchen und mit den rund 4700 Stuttgarter ABC-Schützen das richtige Verhalten im Straßenverkehr üben. Darüber hinaus werden voraussichtlich die Beamten der Polizeireviere und der Einsatzhundertschaft die empfohlenen Schulwege zu den Grundschulen, die Fußgängerüberwege sowie die Geh- und Radwege überwachen.
Darüber hinaus überwachen die Beamten auch das Verhalten der Autofahrer an Bushaltestellen und Fußgängerüberwegen sowie das Parkverhalten im engeren Umfeld der Schulen.
09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 10:07 Uhr