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Alles klar?!


Eine Kreuzung, ein Verkehrszeichenplan, drei Schilder - und viel Kopfzerbrechen
 

Es ist ja nicht so, dass der geneigte Autofahrer sämtliche Millionen Verkehrsschilder wahrnimmt, die Deutschlands Straßen zieren. Und die, die er sieht, kennt er beileibe nicht alle. Trotzdem klappt es meistens ganz gut. Doch manchmal - manchmal steht der Autofahrer vor einem Verkehrszeichen und denkt "Häh? Was tun? Wohin?", während immer mehr Schweißperlen dem Weg der Schwerkraft folgen.
 

BAD CANNSTATT

Gleichsam ein Fragezeichen auf der Stirn hatte dieser Tage auch Andrew Readwin, als er die Beschilderung an der Ecke Schöne- und Badstraße in Augenschein nahm. Hier ist derzeit im Zuge des Baus der SSB-Hochbahnsteige die Verkehrsführung geändert. Daher wurde Schild Nummer eins aufgestellt. Mit dem eindeutig etwas nicht stimmte.

Readwin wandte sich direkt an jemanden, der Bescheid wissen muss: an Peter Schäffler von der Straßenverkehrsbehörde. Schäffler reagierte prompt auf die Anfrage. Es folgte Schild Nummer zwei. Das aber ist eigentlich nur die korrekte Variante von Schild Nummer eins. Was auch Readwin gemerkt hat, als er nach Feierabend nachschaute, was sich so an der Kreuzung getan hatte. Verstanden hat er das Schild natürlich immer noch nicht, weshalb er sich nochmals an Schäffler wandte. Der wiederum prompt reagierte. Es folgte Schild Nummer drei.

"Das erste Schild hat die SSB falsch aufgestellt", sagt Schäffler. Soll heißen: Erst wurde das falsche Schild falsch aufgestellt, dann wurde das falsche Schild richtig aufgestellt - und erst dann wurde das richtige Schild richtig aufgestellt.

Obwohl das mit der Aufstellerei immer einem geregelten Prozedere folgt: Wenn eine Firma, in diesem Fall die SSB, öffentlichen Verkehrsraum in Anspruch nimmt, wird erst ein Verkehrszeichenplan aufgestellt, der dann von der Stadt genehmigt werden muss.

Trotz korrekten Plans hatte sich hier ein menschlicher Fehler eingeschlichen. Gut, wenn wir alle mal hinschauen und nachhaken wie Readwin, denn: "Die ständige Kontrolle einer Baustellenbeschilderung ist seitens der Straßenverkehrsbehörde bei circa 13 000 Baustellen pro Jahr organisatorisch nicht zu bewältigen. Umso mehr sind wir für externe Mängelmeldungen dankbar", so Schäffler. Mitunter weiß der geneigte Autofahrer trotz richtigen Schildes nicht, wo er hinfahren darf. Dafür kann die Straßenverkehrsbehörde nichts. "Für mich ist das natürlich selbstverständlich, was das bedeutet", meint Schäffler. Da ist der Schilderexperte gegenüber dem durchschnittlichen Führerscheinbesitzer klar im Vorteil... Immerhin soll zunehmend die Überbeschilderung abgebaut werden. So hat der Autofahrer sich wenigstens nicht mit mehreren, sich gern mal widersprechenden Verkehrszeichen auseinanderzusetzen. Eines sorgt oft für genug Kopfzerbrechen.

Am Montag ist der Baustellen-Schilder-Spuk an der Ecke Schöne- und Badstraße übrigens vorbei - und jeder weiß hoffentlich wieder, wo"s langgeht.


lako

09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 10:22 Uhr

 

 

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