
Winterschlussverkauf
Einen weiteren Grenzüberschreiter gefunden
Der zweite 500000. Stuttgarter lebte zeitweise in Sillenbuch
Die Geschichte um den 500 000. Einwohner Stuttgarts zieht weitere Kreise. Nachdem unsere Recherchen Ende Juli ergeben haben, dass der ehemalige Sillenbucher Erich Treiber eines der zehn Babys war, die am 8. August 1950 die halbe Millionen-Grenze überschritten haben, meldete sich nun die 90-jährige Maria Zinsler, die Mutter eines der neun anderen Kinder.
"Auch mein Sohn Guido gehört zu den zehn Kindern, die zu ihrer Geburt einen Brief von Oberbürgermeister Arnulf Klett damals erhalten haben", erzählt Maria Zinsler, die 20 Jahre lang in Sillenbuch an der Liliencron- und an der Kirchheimer Straße gelebt hat. Seit 2002 wohnt die 90-Jährige im betreuten Wohnen in Degerloch an der Jahnstraße. Ein wenig aufgeregt erzählt sie, dass sie sich genau an das Ereignis erinnere, die Dokumente allerdings seien bei ihrem Sohn.
Der war auch ganz schön überrascht über den Artikel, den seine Mutter ihm vor einigen Tagen geschickt hat. "Gerne wäre ich der "alleinige" 500 000-ste von Stuttgart", sagt Guido Zinsler, der seit einigen Jahren in Eberdingen im Landkreis Ludwigsburg lebt. Auch er weiß noch von dem Sparbuch. Das Schreiben vom OB konnte er genau wie Erich Treiber vorlegen.
"Die Aufgabe ist doch nun herauszufinden, wer denn zuerst geboren wurde", meint Maria Zinsler. Immerhin könne man schon zwei Uhrzeiten der Geburten miteinander vergleichen.
In den Gebursturkunden selbst steht allerdings nichts davon drin. Doch die rüstige Dame konnte auf Anfrage in der St. Anna-Klinik in Bad Cannstatt herausfinden, dass ihr Sohn morgens um 3.40 Uhr geboren wurde. "Nach der Uhrzeit müsste es doch klappen, dass ich der 500 000-ste Stuttgarter bin", sagt Guido Zinsler grinsend. "Ich würde dies gerne auch weiterhin - bei Vorstellung der eigenen Person - erwähnen. Dies brachte bisher immer etwas Heiterkeit in die sonst trockenen Vorstellungsrunden."
In einen Gespräch haben sich Erich Treiber und Maria Zinsler bereits ausgetauscht. "Ich weiß den genauen Zeitpunkt meiner Geburt nicht", sagt er.
"Aber es muß so später Vormittag, früher Nachmittag gewesen sein. Mutter wollte eigentlich ins Kino, als ich dazwischenfunkte."
So liegt im Vergleich der beiden 500 000er-Neugeborenen Guido Zinlser vor Treiber. Die acht anderen Kinder ausfindig zu machen, ist ein schwieriges Unterfangen, auch wenn Maria Zinsler sich dies wünscht.
Gerne können sich weitere Stuttgarter, die am 8. August 1950 geboren wurden und einen Brief vom Oberbürgermeister Klett erhalten haben, deren Eltern oder sonstige "Informanten" beim Stuttgarter Wochenblatt unter 7208-3328 melden.
lil
09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 10:17 Uhr
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