
Winterschlussverkauf
Schauspielern kann sie besonders gut
Evelyn Jabloun hat Chance auf ihre ersten deutschen Meisterschaften
Lidija Lenic
SCHARNHAUSEN/WALDAU
Wie als hätte sie es in den Genen: Oma, Mutter, Tante und Onkel standen schon alle auf dem Eis. So verwundert es nicht, dass die Zehnjährige jetzt schon auf Leistungsportniveau trainiert. "Ich habe Eislaufen schon als sehr kleines Kind geliebt", sagt Evelyn Jabloun, die mit ihrer Mutter und Trainerin Marlis Drometer in Scharnhausen lebt.
Schon seit sie denken kann, war die junge Sportlerin in der Eishalle mit dabei. Mit vier Jahren absolviert sie ihren ersten Vereinswettbewerb und belegt zur Überraschung aller den ersten Platz. Viermal lief sie auch schon bei den Baden-Württembergischen Nachwuchsmeisterschaften mit. "Dieses Jahr bin ich wieder Erste geworden, in der vierten Kürklasse", sagt sie. Kurz darauf ist sie dann in die dritte Kürklasse aufgestiegen.
Neben ein paar Medaillen haben sich mittlerweile über 30 Pokale zu Hause angesammelt. Doch der tollste Erfolg war für sie die Teilnahme am internationalen Wettbewerb "Hellmut-Seibt-Memorial" in Österreich. "Da bin ich vierte von 60 Teilnehmern geworden", erzählt Evelyn.
Nun geht es aber wieder an den Trainingsalltag, denn im November stehen die Qualifikationen für die Deutschen Nachwuchsmeisterschaften im Februar 2011 an. "Vier Wochen habe ich in den Sommerferien nicht trainiert", erzählt die Gymnasiastin, die in Nellingen zur Schule geht. Sechs Mal die Woche muss sie nun wieder ihre Schlittschuhe schnüren. "Ich habe das Eislaufen schon ganz schön vermisst in den Ferien. Zur Zeit lernen ich einen neuen Sprung, den Axel doppelt." In zwei bis drei Monaten sollte er klappen, schätzt sie. "Alle anderen Sprünge kann ich schon doppelt ausführen." Ihr Vorbild ist die aktuelle deutsche Meisterin Sarah Hecken. So gut wolle sie auch werden. "Doch es gibt viel Konkurrenz und wir wollen nichts forcieren", ergänzt die Trainerin.
Ihr Lieblingselement ist die Biellmann-Pirouette. Koordination und Flexibilität braucht man dafür.
Doch Evelyn sei ein Talent, weil sie eben noch viel mehr mitbringe. "Sie hat zudem eine gute Sprungkraft, Ausdauer, Musikalität und ihre Stärke ist, dass sie besonders gut Schauspielern kann", sagt ihre Mutter lachend und meint damit einen guten Ausdruck und die Leidenschaft, die eine Eiskunstläuferin während einer Kür präsentieren muss. "Es wirkt bei ihr nie aufgesetzt." Dies alles lernt sie im Einzeltraining mit einer Choreografin. "Da gehe ich besonders gerne hin", sagt die kecke Zehnjährige. Passend zur lebendigen Art der jungen Eisläuferin sucht Mutter Marlis für Evelyns Küren immer "spritzige Musik" aus.
Dieses Jahr läuft sie zu Irish Folk. "Aber ansonsten höre ich zu Hause Pink, Lady Gaga oder Boss Hoss."
09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 07:02 Uhr
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