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FORUM DES LESERS

Zum Thema Kampfhunde Vergangene Woche berichteten wir über die Demonstration vieler Hundehalter gegen die Landeshundeverordnung Baden-Württemberg. Von unserem Lesern und Leserinnen haben wir dazu E-Mails erhalten.

"Das Grundproblem

sind verantwortungslose Hundehalter"

S-WEST/MITTE

"Schon seit Einführung dieser jeweils nur landesweit gültigen Verordnungen bin ich der Meinung, dass es sich dabei von Anfang an um eine nicht zielführende Massnahme handelt. Das Grundproblem sind verantwortungslose und teilweise in krimineller Absicht und mit Vorsatz handelnde Hundehalter, welche es zu bekämpfen gilt. Wie soll denn eine Kampfhundeverordnung dagegen zu einem Erfolg führen?

Es ist der pure Unsinn, landesweit gültige und somit unterschiedliche Regelungen zu treffen, weil Hundehalter gemeinhin als juristische Laien zu betrachten sind und es für sie schon kompliziert genug ist, alle Regelungen der Europäischen Nachbarstaaten zu beachten - nun auch noch die der einzelnen Bundesländer.

Die Maßnahmen wie Leinen- oder Maulkorbzwang führen häufig, auch bei seither friedliebenden Hunden, zu gesteigertem Aggressionsverhalten gegenüber ihren Artgenossen, aber auch gegenüber fremden Menschen und sogar ihren eigenen Haltern. Es ist unnatürlich für einen Hund, außerhalb von Gefahrenschwerpunkten an der Leine gehen zu müssen oder einen Maulkorb tragen zu müssen. Resümierend kann man nur zu der Forderung kommen, möglichst rasch alle Kampfhundeverordnungen abzuschaffen und die Hunde wieder als Individuen zu betrachten. Gesamteuropäisch sollte rasch eine Lösung erarbeitet werden, wie gefährlich gemachte Hunde in Zukunft verhindert werden können.

Ein Hundeführerschein könnte zukünftig auf freiwilliger Basis angeboten werden, auch um möglicherweise bei der Hundehaftpflichtversicherung in einem günstigeren Tarif versichern zu können. Zur Pflicht sollte er nur für diejenigen Hundebesitzer werden, welche einen Schadensfall schuldhaft verursacht haben." (Info: Die Redaktion behält es sich vor, Leserbriefe zu kürzen).

Leserbrief von Frank Morlok

"Problem ist am anderen Ende der Leine zu finden"

S-MITTE

Andrea Ebner hat uns ihre Meinung zum Thema Kampfhunde per Mail mitgeteilt: "Mein Mann und ich nahmen viele Jahre jeweils einen großen, alten Hund, entweder vom Bund gegen Missbrauch der Tiere oder vom Tierheim Stuttgart, bis zu dessen Tod in Tierschutzpflege. 1999 haben wir aus dem Stuttgarter Tierheim einen achtjährigen, 95 Kilogramm schweren Mastiff übernommen, also einen klassischen ,Kampfhund". Unser Hobson war der liebste und sanftmütigste Hund, den wir jemals hatten. Im Jahre 2002 fanden wir ein kleines, etwa vier Wochen altes Kätzchen. Hobson hat es sofort adoptiert und ihr niemals etwas zu leide getan. Kam unsere Lilly nachts nicht spätestens bis 1 Uhr nach Hause, musste Hobson unbedingt vor die Haustüre, hat gebellt, nach kürzester Zeit war unsere Katze da. Habson konnte immer ohne Leine mitgeführt werden, die Leine diente nur als ,Alibi" an Haltestellen, Straßen, Parks usw.

Als im Jahre 2000, Hobson lebte nun schon etwa ein halbes Jahr bei uns, die Kampfhunde- Hysterie und dann das Kampfhunde- Gesetz aufkam, hatten wir mit unserem Mastiff auf der Straße nie Probleme. Unser Glück war, dass diese Rasse sehr selten und weitestgehend unbekannt war. Hobson war bei Nachfrage von Passanten ab diesem Moment ein Doggen- Bernhardiner- Mischling und somit ,gesellschaftsfähig".

Wir sind auch der Meinung, dass das Problem eines gefährlichen Hundes meist am anderen Ende der Leine zu finden ist. Im Interesse aller Hunde und deren Besitzer und ihrer Umwelt ist es wichtig, dass dieMenschen, die sich für einen Hund entscheiden, gleich welche Rasse, Einfühlungsvermögen und Hundeverstand besitzen, oder sich erwerben. Für unerfahrene Hundebesitzer ist eine Hundeschule sicherlich eine gute und wichtige Adresse."

Andrea Ebner

"Das Wort Kampfhund

ist diskriminierend"

S-MITTE Auch Elke Suerken wollte ihre Meinung zum Titelthema der vergangenen Woche loswerden und hat uns eine E-Mail geschickt: "Mein Mann und ich halten seit über 20 Jahren Mischlingshunde und haben daher sehr viel Kontakt zu anderen Hunden und dem anderen Ende der Leine. Das Wort Kampfhund ist diskriminierend. Wenn es zu brenzligen Situationen oder Beißereien kommt spielt die Rasse des Hundes keine Rolle.

Wie sich ein Hund verhält hängt ausschließlich von der Erziehung ab. Wenn man einen Hund ständig kurz an der Leine hält und den Kontakt zu anderen Hunden vermeidet wird er aggressiv. Ein Mensch mit guter

Erziehung und ausgeprägtem Sozialverhalten wird seinen Hund auch entsprechend gut erziehen.

Leider habe ich schon mehrmals erlebt, dass Männer ihre Staffordshire und Co. treten und schlagen, um sie aggressiv zu machen, um dann den ,starker Mann" zu markieren. Die Einführung eines Hundeführerscheins ist eine gute Idee." Elke Suerkens


09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 07:02 Uhr

 






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