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Kehrwoche, Kulturelles und Formalitäten


Studentenpatenschaft erleichtert Einstieg im fremden Land
 

Über 300 Studenten aus aller Welt kamen Ende August nach Stuttgart, um als Vollzeitstudent an der Uni Stuttgart ihr Studium zu absolvieren oder als Programmstudent ein oder zwei Semester hier zu verbringen. Jeder hat die Möglichkeit, sich beim kostenlosen Welcoming-Service des Studentenwerks anzumelden und einen Paten zugeteilt zu bekommen.
 

VAIHINGEN

Als Pate muss man gut organisieren können, davon ist Tunc Uluc überzeugt. Der türkische Maschinenbaustudent ist in diesem Semester zum ersten Mal Pate und kümmert sich um fünf Studenten aus der Türkei. "Ich bin seit sechs Jahren hier an der Uni. All meine Erfahrungen kommen jetzt meinen Patenkindern zugute.

Zunächst habe ich jeden am Flughafen abgeholt. Am Anfang kümmere ich mich ganz intensiv um sie und unterstütze bei allem, was nötig ist. Ich helfe ihnen bei den Formalitäten, bei der Wohnungssuche, mit der Krankenversicherung, der Aufenthaltserlaubnis und so weiter", erzählt er.

Um ihn herum sitzen die fünf Studenten aus der Türkei und hören zu. Sie haben noch Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, bevor das Semester beginnt, absolvieren alle noch einen Monat einen Intensivkurs.

"Es ist nicht leicht, in einen komplett anderen Kulturkreis zu kommen", sagt Tunc Uluc. "Viele ausländische Studenten fühlen sich erstmal allein und haben Heimweh.

Auch für solche Probleme sind wir Paten da. Wir unternehmen etwas mit ihnen und führen sie in soziale Kreise ein." Auch viele kulturelle Tipps und Tricks hat der Maschinenbaustudent für seine Patenkinder parat. Da die meisten im Wohnheim wohnen, ist die schwäbische Kehrwoche kein Thema. Aber dass die Lebensmittelgeschäfte in Deutschland sonntags geschlossen haben, war eines der ersten Dinge, auf die Tunc Uluc seine Schützlinge hingewiesen hat. "Und dass man sich in Deutschland beim Anstoßen in die Augen sieht, sonst wird das als unhöflich empfunden. Das ist in der Türkei zum Beispiel nicht so", erzählt er.

Xiaoli Lu ist Betreuerin für internationale Vollstudierende am Internationalen Zentrum (IZ) der Uni Stuttgart. "Im Schnitt haben wir pro Semester 80 Paten im Einsatz, insgesamt haben wir rund 300 Paten in der Datenbank", berichtet sie.

In diesem Jahr habe es viel mehr Anmeldungen für den Welcome Service gegeben also sonst. "Das Angebot werde immer bekannter und ich freue mich sehr darüber, wie viele Studenten sich dazu bereit erklären, als Paten zu fungieren." Die meisten Paten seien zuvor selbst in der Lage gewesen, in einem fremden Land zu studieren.

"Die Studenten geben nun die Hilfe, die sie selbst bekommen haben, an andere weiter." Um die neuen Paten auf ihre Aufgaben vorzubereiten, gibt es im Vorfeld Workshops zu den Formalitäten, die erledigt werden müssen und ein interkulturelles Training. "Das dient zur Sensibilisierung, die Paten setzen sich mit ihrer eignen und anderen Kulturen auseinander", erklärt Xiaoli Lu.


res

09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 10:46 Uhr

 






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