"Wir fühlen uns nicht vertreten"
Drei HGV wollen aus dem Unternehmerverband BdS austreten
von Gesa von Leesen
NECKARHAFEN
Der BdS ist eine der größten Unternehmerorganisationen der Republik. Seine zentrale Aufgabe sieht er in der politischen Lobbyarbeit. Zudem wirbt er mit Dienstleistungen für Gewerbevereine, Unternehmer und mit Netzwerkarbeit. Organisiert ist der BdS in Landes- und Kreisverbänden. Im Kreisverband Stuttgart sind neun Stadtteil-HGV Mitglied im BdS. Dass nun drei davon den Verband verlassen wollen, ist für den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Hans-Peter Bunzel neu: "Ich kann mich jetzt nicht mit diesen Dingen beschäftigen. Rufen Sie den Landesverband an." Dort ist man gelassen. "Bislang haben wir noch keine Austritte wegen der Beitragserhöhung", so Otmar de Riz, Geschäftsführer des Bezirks Nordwürttemberg.
Rund 70 Mitglieder hat der HGV Obertürkheim-Uhlbach. 75 Euro Beitrag zahlt jedes im Jahr, davon gehen um die 50 Prozent an den BdS Landes- und Kreisverband. "Wir denken, das Geld wäre vor Ort besser angelegt", meint HGV-Vorsitzende Albert Mayer. "Wir wollen den Weihnachtsmarkt, die Weihnachtsbeleuchtung, die Maifeier erhalten. Das kostet alles Geld."
Am 21. September wird der Austritt auf einer außerordentlichen Hauptversammlung diskutiert werden. Bereits am 15. September werden die Mitglieder des HGV Wangen über Thema abstimmen. "Die Lobbyarbeit durch den BdS empfinden wir als zu dürftig", begründet Matthias Kreis. "Wir fühlen uns da nicht vertreten." Die 81 Mitglieder zahlen hier 80 Euro im Jahr. Bislang gehen davon 40 Euro als Mitgliedsbeitrag an den BdS-Landesverband. Zum 1. Januar 2011 erhöht sich dieser Betrag auf 50 Euro. Zu viel, findet der Vorstand des HGV Wangen. Kreis: "Wir haben nach den Vorteilen der BdS-Mitgliedschaft gesucht. Gefunden haben wir vergünstigte Bahntickets." Für den Vorsitzenden des GHV Hedelfingen-Rohracker Michael Weber gibt es neben der Beitragserhöhung noch einen Grund, sich aus dem BdS zu verabschieden. In der Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung Ende September hebt er die gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Stuttgart hervor: "So dass sich die Frage stellt, ob und inwieweit wir auf die Mitgliedschaft im BdS angewiesen sind".
Sollten die drei Handelsvereine aus dem BdS austreten, wäre in den oberen Neckarvororten nur noch der IHGV Untertürkheim im BdS. IHGV-Chef Markus Krautter findet die Beitragserhöhung auf 50 Euro "heftig", sieht aber keinen akuten Handlungsbedarf. "Vor Ort kann der BdS einem nicht helfen", so Krautter.
"Aber ich denke, wir brauchen die politische Lobbyarbeit." Das Thema BdS-Mitgliedschaft werde man den Mitgliedern auf der nächsten Versammlung 2011 vortragen.
09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 07:05 Uhr