
Winterschlussverkauf
Neuer Pfarrer für Plattenhardt
Der Schwarzwälder Andreas Streich kommt auf die Filder
Sein neues Domizil im Plattenhardter Pfarrhaus, in dem einst Eduard Mörike wohnte, hat Andreas Streich bereits bezogen. Unzählige Bücher und sauber katalogisiertes Arbeitsmaterial für Predigten, Konfirmandenunterricht und vieles mehr füllen die Regale. Am 12. September wird der evangelische Pfarrer als Nachfolger von Siegfried Scheible ins Amt geführt.
So ein Umzug mit Familie ist kein Klacks. Für Pfarrer Andreas Streich, Ehefrau Ulrike und die Kinder Miriam (11), Judith (9) und Tobias (6) hieß das, insgesamt 270 Umzugskartons ein- beziehungsweise wieder auszupacken. Kein Wunder, dass die Modellbahn im Obergeschoss noch nicht aufgebaut ist. Doch der Umzug war gewollt.
Nach zehn Jahren in den Kirchengemeinden Lombach und Wittendorf, in der Gemeinde Loßburg bei Freudenstadt, war für Streich klar, dass nun etwas Neues kommen müsse. Je intensiver die Gespräche mit der Evangelischen Kirchengemeinde Plattenhardt wurden, desto deutlicher kristallisierte sich heraus, "dass das Wunschprofil der Gemeinde und mein eigenes Gabenprofil passten." Noch auf der Heimfahrt von der Wahl erfuhr er das positive Ergebnis.
Andreas Streich wurde 1966 in Reutlingen geboren, wuchs in Metzingen auf. Durch die CVJM-Jugendarbeit bekam er Kontakt zur Kirche. Sein Wunsch, das Evangelium weiterzugeben, führte zum Theologiestudium. Diesem ging ein einjähriges Gemeindepraktikum in Stetten auf den Fildern voraus.
Nach dem Besuch des Sprachenkollegs zog Streich ins Tübinger Albrecht-Bengel-Haus. Nach zwei Jahren wechselte er nach Erlangen, um zwölf Monate später für drei Jahre an die Universität Tübingen zurückzukehren. 1994 legte er sein Examen ab. "Die Theologische Arbeit geht weiter", verrät Streich, "im Studium habe ich die Methodik gelernt, Dinge zu erschließen, die ich nicht weiß." Die Paulinische Theologie, die im Neuen Testament verankert ist, bildet hierbei den Schwerpunkt seiner Tätigkeit.
Die halbjährige Wartezeit aufs Vikariat überbrückte Streich als CVJM-Sekretär in Walddorf, dort lernte er seine Frau kennen. Die Heirat fiel ins dreijährige Vikariat in Baiersbronn, es folgten drei Jahre als Pfarrer zur Anstellung in Neubulach. Im September 2000 ging es nach Loßburg.
Die beiden Kirchengemeinden in Lombach und Wittendorf sind zwar klein, aber sehr aktiv: jede besitzt einen Kirchen- und Posaunenchor. Streich engagierte sich in der Pfarrerfortbildung, war als Kämmerer des Kirchenbezirks für die Pfarrhäuser zuständig. Als Rektor betreute er ehrenamtlich eine der beiden Predigtreihen für Hilfsprediger. Diese Tätigkeit will er auch in Filderstadt weiter fortsetzen. Doch zunächst will Streich "wahrnehmen, wertschätzen, beobachten".
Und dann gemeinsam mit der Filderstädter Gemeinde überlegen, wohin die Reise gehen soll. Seine eigene geistliche Heimat liegt im Pietismus, doch ihm ist die Vielfalt theologischer Prägungen innerhalb der Gemeinde wichtig. Er freut sich auf den ökumenischen Dialog, der ihm in den evangelischen Schwarzwalddörfern fehlte.
Berührungsängste sind ihm fremd. Der frühere Landesbischof Gerhard Maier und der Theologe Manfred Seitz aus Erlangen zählen zu Streichs Mentoren, ja sogar zu seinen Vorbildern. Streichs Berufung ist die Vielfältigkeit, die der Pfarrberuf mit sich bringt: Hier kann er gleichzeitig als Manager und Seelsorger aktiv werden. Auch Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, hat er schon intensiv seelsorgerlich begleitet. Gemeinsam mit seiner Pfarrkollegin Christiane Schmidt will er für alle Menschen da sein. "Die Botschaft von Jesus Christus ist die beste Botschaft, die es gibt. Und diese sollte keinem vorenthalten bleiben."
09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 10:44 Uhr