Gefahren bannen auf dem Neckaruferweg: Der Rad- und Fußgängerverkehr auf der Bad Cannstatter Uferseite des Neckars soll sicherer und übersichtlicher gestaltet werden, fordert der Bezirksbeirat.

 

 

Viel los ist an einem son­nigen Sonntagmittag auf dem Neckartalradweg im Bereich nach der Reinhold-Maier-Brücke, wenn man auf die Hofener Straße in Richtung des Stadtteils Hofen gelangt: Familien unternehmen einen Spaziergang, Jogger sprinten die Strecke entlang, Rad- und Rollerfahrer sind ebenfalls unterwegs. Die Kulisse, die sich auf der Bad Cannstatter Uferseite bietet: Linksseitig können alle einen Blick auf den Fluss werfen, rechtsseitig auf steile Weinberge. Viele Radler und Spaziergänger nutzen auch die Querungsmöglichkeit des Münsterstegs, um vom Neckarufer auf der Seite von Münster auf die Uferseite Bad Cannstatts zu wechseln. Doch die Rampe, durch welche die Verkehrsteilnehmer auf den dortigen Geh- und Radweg stoßen, berge laut CDU-Bezirksbeiratsfraktion Bad Cannstatt „Gefährdungslagen“. Die Verknüpfung sei für die Verkehrsteilnehmer „unübersichtlich“, heißt es in dem Antrag vom 1. Juli 2020, den der Rat einstimmig beschloss. Maßnahmen sollen untersucht werden, „um die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger zu erhöhen“.

Ein weiteres Gefahren- und Konfliktpotenzial befinde sich auf dem Neckaruferweg zwischen dem Sailerwasen und der Reinhold-Maier-Brücke, den sich Radler und Fußgänger ebenfalls teilen. Die CDU-Bezirksbeiratsfraktion bereitete einen Antrag vor, um auch diese Strecke für die Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen – beispielsweise im Bereich des Theaterschiffs oder der SpVgg 1897 Cannstatt. Trotz einer teils realisierten Verbreiterung der Wegeflächen halte die CDU eine Trennung des Fuß­gänger- und Radverkehrs für „zwingend notwendig“. Einbußen von bisherigen Grünflächen und Baumstandorten würde man, „wenn auch schweren Herzens“, in Kauf nehmen: beispielsweise im Bereich der Spielvereinigung auf dem Pflanzstreifen. Der Antrag wurde jedoch zurückgestellt. Ein weiterer Schritt in Richtung Sicherheit war ein SPD-Antrag vom 1. Juli 2020, der Schritttempo für Fahrradfahrer für etwa 100 Meter im Bereich des Spielplatzes „Neckarine“ vorschlug.

Die CDU sah das Vorhaben „sehr kritisch“: „Schilder schaffen keine Sicherheit und an Schritttempo hält sich in diesem Bereich kein Radfahrer, weil es eine wichtige Verbindung für den Alltagsradler ist“, erklärt CDU-Bezirksbeirat Roland Schmid. Der Antrag wurde daher zurückgezogen. Mögliche Lösung: „Wir haben der SPD nun vorgeschlagen, unseren Antrag bezüglich des Neckaruferwegs um das Thema ,Sicherheit im Bereich von Spielplätzen‘ zu ergänzen.“ Wie die Sicherheit auf dem Radweg konkretisiert werden soll, ist also noch offen. Was sicher ist: „Ein Antrag wird noch kommen“, sagt Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler.

 

 

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