Filderstadts OB Traub schreibt wegen des Flughafentunnels an den Verkehrsminister und den Regierungspräsidenten.

 

 

Der Flughafentunnel verbindet Filderstadt und den Süden der Landeshauptstadt Stuttgart. Für den Radverkehr sei die Röhre in ihrer derzeitigen bau­lichen Gestaltung jedoch weder angemessen noch zeitgemäß, schreibt Filderstadts Oberbürgermeister Christoph Traub in einem Brief an Verkehrsminister Winfried Hermann und den Regierungspräsidenten Wolfgang Reimers. In Leinfelden-Echterdingen soll derweil ein flächendeckendes, attraktives Radverkehrsnetz für den Alltags- und Freizeitverkehr entstehen.

OB Traub beklagt, dass die geltenden verkehrsrecht­lichen Anordnungen im Flughafentunnel zwischen Filderstadt-Bernhausen und Stuttgart-Plieningen die Radfahrer von der Fahrbahn auf den schmalen Gehweg verbannen. Das sei „wegen der Breite des Weges völlig unattraktiv“ und verhindere, dass Berufspendler aus Filderstadt das Fahrrad für die Strecke ins Geschäft nehmen. Der Verwaltungschef hat wenig Hoffnung, dass der Flughafen Stuttgart als Straßenbaulastträger des Tunnels oder die Bundesrepublik als Baulastträger der Fahrbahn kurzfristig Abhilfe schaffen.

Also unterbreitet Christoph Traub auch gleich eine Lösung, wie das für den Tunnel geltende Durchfahrtsverbot für Radler aufgehoben werden kann, die er mit Jürgen Lenz, dem Radbeauftragten Filderstadts, und Vertretern des ADFC abgestimmt hat. Der OB schlägt vor, für Kraftfahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Flughafentunnel und auf den Zufahrten auf 30 Kilometer in der Stunde zu begrenzen. Bauliche Barrieren wie zum Beispiel Poller sollen im gesamten Tunnel das Überfahren des Mittelstreifens verhindern. Vergleichbare Regelungen gebe es nach Auskunft des ADFC auch in anderen Bundesländern, schreibt Christoph Traub. Dort sei sogar ein Verkehrsschild entwickelt worden, das auf Radfahrende im Tunnel hinweise. Filderstadts Oberbürgermeister bittet „um Prüfung und Würdigung dieses Vorschlags“.

Die aufgrund der Pandemie abgeschwächte Verkehrslage und die Sommerferienzeit ließen sich gleich für einen Testlauf nutzen, so Traub. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen möchte die Bedingungen für den Radverkehr ebenfalls verbessern. Seit Juni entsteht ein Radverkehrsprogramm. Mitarbeiter des Planungs­büros RV-K aus Frankfurt/Main werden alle Radverkehrsverbindungen mit dem Fahrrad abfahren und auf Verbesserungsmöglichkeiten und Gefahrenstellen hin prüfen. Die Stadt hat das Ziel gesetzt, den Radverkehrsanteil bis 2030 auf 17 Prozent zu erhöhen.

Um dieses ehrgeizige Vorhaben zu erreichen, setzt die Stadt auch auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger. Pünktlich zum Start der Aktion „Stadtradeln“ am 28. Juni hat Leinfelden-Echterdingen eine Onlinebeteiligung gestartet, auf der mangelhafte oder fehlende Radverkehrsverbindungen sowie Gefahrenstellen und fehlende Fahrradabstellmöglichkeiten auf einer Karte eingezeichnet werden können.

 

 

Sollte das Radfahren durch den Flughafentunnel erleichtert werden? Schreiben Sie an uns: wochenblatt@stzw.zgs.de. Weitere Informationen sowie die Onlineumfrage sind zu finden unter: https://radverkehr-lein­felden-echterdingen.de