Aus echtem Holz geschnitzt: Die Ortsgruppe Bonlanden des Schwäbischen Albvereins macht mit der Aktion „Schnitzen wie Michel“ nicht nur Kindern eine Freude.

 

 

Michel aus Lönneberga ist ein richtiger Lausbub und hat lauter Unfug im Kopf. Immer wenn der Blondschopf, den die schwedische Autorin Astrid Lindgren erschaffen hat, wieder einmal etwas angestellt hat, schickt ihn sein Papa in den Tischler-Schuppen. Und jedes Mal schnitzt sich Michel dort ein neues lustiges Holzmännchen. Ganz so viele wie Michel haben die vier Jungs und zwei Mädchen, die mit Vätern oder Großvätern am Samstagnachmittag zur Kelter in Bonlanden gekommen waren, nicht zusammenbekommen. Aber ein gutes Dutzend der lustigen Figürchen sind bei der von der Familiengruppe der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins (SAV) organisierten Aktion „Schnitzen wie Michel“ entstanden, die nicht nur Kindern viel Spaß gemacht hat. Die Corona-Pandemie macht es Vereinen nicht leicht, Veranstaltungen zu planen. Doch nun sind dank der aktuellen Inzidenzen zumindest einige Aktivitäten wieder möglich. „Wir haben schon eine Radtour mit 15 Teilnehmern nach Kirchheim gemacht.

Demnächst radeln wir am Neckar entlang, und die Kelter hat bei schönem Wetter sonntags auch wieder für Wanderer und Spaziergänger geöffnet. Vorerst allerdings nur der Außenbereich“, sagt Dietmar Weinmann, der Sprecher der SAV-Ortsgruppe Bonlanden. „Ich war der Michel von Schwaben, ein richtiger Fetz“, erzählt Joachim Wurster seiner Enkelin Kauri und grinst dabei von einem Ohr zum anderen. Die Siebenjährige aus Boston ist noch bis Mitte August mit ihrem kleinen Bruder und der Mutter zu Besuch bei den Großeltern in Neuhausen. Bei einem Spaziergang haben sie und ihr Opa das Plakat des Schwäbischen Albvereins gesehen und sich gemeinsam fürs „Schnitzen wie Michel“ angemeldet. „Ich kenne den Michel von DVDs, und ich liebe ihn“, sagt die Kleine in akzentfreiem Deutsch.

Angelika Elsäßer hat alles mitgebracht fürs Schnitzen von Holzmännchen, Pfeifen und was sich sonst noch alles aus den dünnen Zweigen und Ästen von Birke, Haselnuss oder Erle machen lässt. Sie ist eine von vier festangestellten pädagogischen Mitarbeiterinnen beim Schwäbischen Albverein, die die Familiengruppen unterstützen sollen, die wertvolle Nachwuchsarbeit für den SAV leisten. Drei davon betreue sie im Teck-Neuffen-Gau und im Gau Esslingen, erzählt Angelika Elsäßer und zählt die Familiengruppen in Bonlanden, in Dettingen/Teck und Großbettlingen auf. Aber auch im Rems-Murr-Gau, und zwar in den Ortsgruppen Schwaikheim und Waiblingen, ist sie aktiv. Für Schnitzaktionen wie in Bonlanden besitzt Ange­lika Elsäßer eine Grundausstattung. Sie hat eine Tasche mit unzähligen Messern in allen Größen und Formen sowie eine Auswahl von Anschauungsstücken mitgebracht.

Auch Ortsgruppen-Sprecher Dietmar Weinmann entdeckt den Michel in sich und schnitzt einen formschönen Pilz, den er flugs auch noch in einen Schlüsselanhänger verwandelt. „Er hat es voll drauf“, lobt die Fachfrau vom Hauptverein. Joachim Wurster geht das Schnitzen ebenfalls leicht von der Hand. Dank ihrem Opa hat Enkelin Kauri bald schon eine kleine Sammlung von Holzmännchen und -zwergen beieinander und strahlt glücklich. „Einige davon nehme ich mit nach Boston.“

 

 

Wer sich für die Angebote der Ortsgruppe Bonlanden interessiert, findet diese unter: www.sav-bonlanden.de.