Mit dem Stuttgarter EC kam vor 25 Jahren Kontinuität in die oft turbulente Geschichte des Mannschaftssports auf Kufen in der Landeshauptstadt.

 

 

Immer wenn der Puck gegen die Bande knallt, dröhnt es laut durch die Eishalle des Stuttgarter Eishockey-Clubs (SEC) in der Eiswelt Waldau. Nur wenige Zuschauer sitzen hinter den reichlich verkratzten Schutzwänden. Es ist schließlich nur ein Trainingsspiel: Väter gegen den Vereinsnachwuchs.

„Meistens verlieren die Eltern“, sagt Philipp Kordowich, der Pressesprecher und Vorstand Finanzen, mit einem Augenzwinkern. Schließlich ist die Jugend die Zukunft des Stuttgarter EC, der dieser Tage sein 25-Jahr-Jubiläum begeht. 25 Jahre sind, verglichen mit anderen traditionsreichen Stuttgarter Sportvereinen, eine kurze Periode. Für einen Eishockeyverein in der Landeshauptstadt sei das aber eine beachtenswert lange Zeit, erklärt Philipp Kordowich. „Der Sport lebte in Stuttgart lange nicht gerade von Kontinuität. Es waren viele Vereine aktiv, oft nur wenige Jahre.“

Zwischen den 1920er- und 1960er-Jahren nahm der heutige Stuttgarter Eis- und Rollsportclub unter verschiedenen Namen am Spielbetrieb teil. In den 1970er-Jahren spielte der EHC Stuttgart in der Oberliga, Ende der 1980er der EV Stuttgart in der zweiten Bundesliga. Aktuell jagt der SEC als Stuttgart Rebels in der Regionalliga Süd-West dem Puck hinterher. Auf dem Eis lief es jedoch nicht immer glatt. 2002 qualifizierte sich der noch junge Verein mit den Stuttgart Wizards für die Oberliga.

Der Höhenflug in die dritte Liga des deutschen Eis­hockeys endete nach vier Jahren mit dem Abstieg und der Insolvenz der Spielbetriebs-GmbH. Der Neuanfang gelang durch eine Spielgemeinschaft mit dem Zweitligisten SC Bietigheim-Bissingen. Zur Saison 2009/10 wurde die Kooperation beendet. Seitdem spielen die Stuttgart Rebels als erste Mannschaft des SEC in der Regionalliga Süd-West. In 25 Jahren haben die Teams des SEC rund 1600 Heimspiele bestritten. Der Verein hat elf Übungsleiter und einen hauptamtlichen Trainer. Thomas Schneeberger, der aktuelle Headcoach, ist der siebte in der SEC-Geschichte. Die Stuttgart Rebels spielen aktuell ihre 16. Saison.

Zweimal, 2009 und 2010, waren sie Meister der Regionalliga, und in der laufenden Runde sind die Rebels wieder vorn dabei. Als Tabellendritter hat sich die Mannschaft um Trainer Jakob Vostarek für die Play-offs qualifiziert. Der Verein hat 309 Mitglieder. 136 Kinder und Jugendliche, darunter 28 Mädchen, spielen in sechs Nachwuchsteams und bekommen beim Stuttgarter EC eine fundierte Ausbildung. In der Laufschule lernen die Kinder das Schlittschuhlaufen und werden spielerisch an das Eis­hockey herangeführt. Jungen und Mädchen bis neun Jahre starten auf dem kleinen Spielfeld und mit anderen Regeln als die Großen.

Für die Zukunft wünscht sich der Verein eine dritte Eishalle. Die Zeiten auf dem Eis seien bereits für die bestehenden Mannschaften zu knapp, sagt Philipp Kordowich. Mehr Angebote, wie die Teilnahme an der Deutschen Nachwuchsliga oder ein eigenständiges Frauenteam, seien erst gar nicht denkbar. Das Ziel, mit den Rebels in die Oberliga aufzusteigen, habe der SEC auch noch nicht aufge­geben. Nur sei man sich in der Zwischenzeit bewusst, dass dies nur auf einer soliden sportlichen und finanziellen Basis gelingen könne, betont der Finanzvorstand.

Schon dem Nachwuchs zuliebe, der beim Testspiel gegen die Väter auch diesmal wieder als Sieger vom Eis geht.

 

 

Weitere Infos über den Stuttgarter Eishockey-Club, Kesslerweg 8, gibt es unter: www.stuttgarter-ec.de.

Interessante geschichtliche Informationen zum Eishockey in Stuttgart und zur Geschichte des Vereins finden sich unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Eishockey_in_Stuttgart