Die Feuerbacher Kirbe fällt in diesem Jahr – wie viele Hocketsen – aus. Aber der Musikverein Stadtorchester Feuerbach hat sich für den 12. und 13. September ein Alternativprogramm einfallen lassen.

 

 

Marion Berger hätte in diesem Jahr ihre 20-jährige Mitgliedschaft bei der Feuerbacher Kirbe feiern können. Die Corona-Pandemie hat dem Traditionsverein in Feuerbach einen Strich durch das ganz große Fest gemacht. „Wir ahnten schon, dass die Kirbe ausfallen würde, aber wir haben dann doch nochmals gehofft.“ Stets hat man die aktuellen Lockerungen verfolgt. Schnell war die Idee eines Biergartens im Freien statt des Musikzelts geboren. Anfang Juli hieß es dann offiziell: „Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen sind möglich, wenn den Teilnehmenden für die gesamte Dauer der Veranstaltung feste Sitzplätze zugewiesen werden und die Veranstaltung einem im Vorhinein festgelegten Programm folgt.“ Aber genau darin liegt die Krux einer Hocketse: „Die Leute kommen und gehen oder holen sich etwas zu trinken, wann sie möchten“, sagt Marion Berger.

„Wir hätten das wahrscheinlich nicht regeln können.“ Ein Bier­garten wäre wetterabhängig gewesen – „und wenn wir den Biergarten in professionelle Hände gegeben hätten, dann wären Kosten und Engagement in keinem Verhältnis gestanden“. Auch auf die Politik-Prominenz, die stets montags ins Festzelt kam, musste verzichtet werden. „Dieses Jahr wäre es Susanne Eisenmann gewesen.“ „Klar ist es für die Kirbe-Veranstalter traurig“, sagt Gabriella Zanetti von Märkte Stuttgart. Außer dem Festzelt gehörten Karussells und ein Krämermarkt zur Feuerbacher Kirbe. „Das Kinderkarussell und der Autoscooter wären auf keinen Fall aufgestellt worden.“ Man hätte immer wieder desinfizieren müssen. Spuckschutz hätte angebracht werden müssen, eventuell hätte man mehr Sicherheitspersonal einsetzen müssen. „In Absprache mit den Beteiligten haben wir die Absage getroffen“, so Zanetti, die unter anderem für die zehn Kirchweihen und Krämermärkte in den Stadtteilen verantwortlich ist.

Als Alternative wird der MSF für den Samstag, 12. September, die „Kirbe-Spenden-Wurst“ von 11 bis 14 Uhr im Hof der Klagenfurter Straße 38 zum Mitnehmen anbieten. Am 13. September, 17 bis 18 Uhr, gibt es ein Festplatzkonzert, mit begrenzten Sitzplätzen. Der MSF probt derzeit im Freien beim Waldheim Lindentäle oder auf dem Parkplatz des Vereinsheims. „Wir sind aber auf andere Probenräume angewiesen, jetzt, wenn es wieder kälter wird“, sagt Marion Berger. „250 bis 300 Quadratmeter, möglichst mit Fenster zur Lüftungsmöglichkeit und Heizung für den Winter, eine leer stehende Lagerhalle oder sonstige Räume, gerne auch etwas außerhalb von Feuerbach“, das wünscht sich Berger. „Die Absage der Kirbe ist das eine“, so die Tenorhornistin, „wenn wir aber nicht weiterproben können, dann ist auch die Vereinsstruktur gefährdet.“ Der MSF bildet dank berufliche Musiker oder Vereinsmitglieder, die sehr gut spielen und unterrichten können, auch Interessierte aus.

 

 

So wird gefeiert und Räumlichkeit gesucht

„Kirbe-Samstag“: Kirbe-Spendenwurst to go von 11 bis 14 Uhr im Hof der Klagenfurter Straße 38 (bei Godel / gegenüber Trölsch), auf Spendenbasis.

„Kirbe-Sonntag“, 13. September: Festplatz-Konzert von 17 bis 18 Uhr auf dem Festplatz in Feuerbach. Die Zuhörer nehmen in Kreisen mit ausreichend Abstand Platz. Wer sich schnell genug unter info@mvfeuerbach.de oder 8 10 66 21 (Anrufbeantworter) anmeldet, kann Stühle reservieren; ansonsten gern Stühle mitbringen. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Ein Hygienekonzept liegt vor. Sollte es an einem der beiden Tage oder an beiden Tagen regnen, wird die Veranstaltung auf das folgende Wochenende verschoben. Der Musikverein Stadtorchester Feuerbach ist auf der Suche nach einem geeigneten Probenraum. Melden kann man sich bei vorstand@mvfeuerbach.de.