Die Mitglieder der „Kleinen Wildnis“ in Hedelfingen bringen mit essbaren Beeten und Gemeinschaftsgärten Natur in der Stadt.

 

 

Ein paar wenige Steinstufen führen von der Ruiter Straße hinauf zur „Kleinen Wildnis 78“. Der Gemeinschaftsgarten in Hedelfingen ist eine grüne Oase, in der Gemüse und Obst gedeihen – begleitet von Vogelgezwitscher, vom Summen und Brummen. Gepflegt wird das Stückle von einer Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich für mehr Natur in der Stadt und in ihrem Stadtbezirk einsetzen. Jeden Donnerstag treffen sie sich, um gemeinsam zu gärtnern, zu ernten oder um Apfelsaft zu machen. „Uns geht es auch darum zu lernen, wie wir uns lokal selbst versorgen und verpflegen können“, sagt Martin Wunderlich.

Im selbst gebauten Solartrockner werden Mirabellen mithilfe von Sonnenenergie zu lang haltbarem Trockenobst. „Das funktioniert perfekt“, so Martin Wunderlich. Gegenüber auf dem sogenannten Sonnengarten stehen Obstbäume. „Einmal im Jahr machen wir Apfelsaft“, berichtet Carina Hieronymi. Die Natur wertzuschätzen und sie klimagerecht für die Selbstversorgung zu nutzen, sind Beweggründe der Bürgerinitiative „Kleine Wildnis“, die sich 2018 formiert hat. Martin Wunderlich, Carina Hieronymi und Neslihan Küncülü sind von Anfang an dabei. Gemeinsames Ziel ist es, die Zukunft lebenswert und ökologisch zu machen. Mit Gleichgesinnten gärtnern sie auf den vier von der Stadt gepachteten Grundstücken mit insgesamt rund 20 Ar und pflanzen essbare Beete in der Stadt.

Erst kürzlich haben die Aktivisten der „Kleinen Wildnis“ vor dem Gasthaus Krone in der Heumadener Straße 14 Tafeltrauben, Johannisbeeren, Sibirischen Kohl, Blauen Kohlrabi, Salbei, Rosmarin, Winden und Ringelblumen gepflanzt und gesät. „Es soll ein essbares Beet für alle Nachbarinnen und Nachbarn sein, die nach Herzenslust ernten können“, meint Carina Hieronymi. Krone-Wirtin Marita Reckzeh hat das Stückle zur Verfügung gestellt, und sie und ihre Mitarbeiter kümmern sich um die Bewässerung und Pflege des Beetes. „Und wir haben noch mehr Plätze im Auge und schon eine Zusage für ein weiteres essbares Beet“, sagt Martin Wunderlich.

Stück für Stück wollen die Frauen und Männer der „Kleinen Wildnis“ mit solchen Beeten die „Essbare Stadt“ schaffen. „So können wir einen Teil unserer Ernährung selbst abdecken, klimaschädliche Importe vermeiden, Häuser beschatten, und die Menschen aus der Stadt lernen ihre Natur zudem neu kennen“, sagt Carina Hieronymi. Ein Teil der Pflanzen und des Saatguts für das erste essbare Beet in Hedelfingen stammt von den Vielfaltsgärtnern von den Fildern. Die Aktivisten der „Kleinen Wildnis“ stehen in engem Kontakt mit vielen anderen urbanen Gärten aus Stuttgart und der Region. Gemeinsam arbeiten sie an Lösungen für die Klimakatastrophe. Neben Gemeinschaftsgärten, essbaren Beeten und der Pflege von Streuobstwiesen, Saatgut-Herstellung, Streuobstwiesen-Ernte organisieren sie Klimademos, Schulkooperationen und Gespräche mit der Nachbarschaft und der Stadtverwaltung.

 

 

Rund ums Thema Kräuter

Wer Interesse an der Bürgerinitiative „Kleine Wildnis“ hat, kann sich an Martin Wunderlich unter 0157 / 50 694 588 oder per E-Mail an kleinewildnis@riseup.net wenden.
Weitere Infos unter: www.instagram.com/kleinewildnishedelfingen oder www.kleinewildnisstuttgart.de.
Tipps rund ums Thema Kräuter in Stuttgart oder sogar Kräuterwanderungen findet man auch unter www.uhlbacher-wildkraeuterwerk-statt.de oder www.utejonas-naturpaedagogik.de.
Im Haus des Waldes oder an der Volkshochschule werden auch immer wieder Angebote gemacht.