Vor allem die Forschung zu Artenschutz als auch die Pionierarbeit im Bereich künstliche Intelligenz und digitale Transformation haben es Ministerpräsident Winfried Kretschmann und seiner Wissenschaftsministerin Petra Olschowski angetan. Zwei Stunden lang tauschten sich beide Mitglieder der Landesregierung mit Wissenschaftler:innen der Universität Hohenheim in Stuttgart aus. Die Science-Tour fand statt im Phytotechnikum, dem künftig größten deutschen HighTech-Forschungsgewächshaus.
„Mit der Universität Hohenheim haben wir eine der absoluten Top-Agraruniversitäten in Baden-Württemberg“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Mich beeindruckt hier besonders die hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit etwa mit den Wirtschaftswissenschaften. Lehre und Forschung widmen sich zusammen mit Klima- und Ernährungsfragen, Fragen zur nachhaltigen Landwirtschaft und Projekten mit dem Einsatz neuester Technologien, Robotern und Künstlicher Intelligenz, den absoluten Zukunftsthemen.“
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: „Bei der Forschung und Lehre zur Digitalen Transformation der Landwirtschaft ist Hohenheim national und international an der Spitze. KI wird zukünftig eine zentrale Rolle spielen, um begrenzte Ressourcen möglichst effizient einzusetzen – nicht nur in der Agrarwirtschaft. Die dafür zukünftig notwendigen Kompetenzen können Vordenker von morgen schon heute in Hohenheim erwerben.“
„Ich bin immer wieder gerne an meiner alten Alma Mater, um aktuelle Ansätze und Forschungsprojekte kennenzulernen“, betonte Winfried Kretschmann. Für ihn ist der Besuch ein persönliches Update. Der Alumnus der Universität Hohenheims absolvierte hier von 1970 bis 1975 sein Lehramtsstudium in Biologie und Chemie. Besonders die wirkungsvollen Wege gegen das Artensterben interessierten den Minister.
Ein Ziel der Hohenheimer Forschung ist die Versöhnung von  Landwirtschaft und Nachhaltigkeit  – z.B. mit Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Agrar-Robotik und dem generellen Verzicht auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz.
Beleuchtet wurden diese durch Beispielprojekte zur Landwirtschaft 4.0, die digitalisiert und ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz arbeitet. Einer, der dies beispielhaft umsetzt, ist Agrarroboter „Phoenix“ – ein kosteneffizientes Multitalent, das Felder autonom und punktgenau bearbeitet, um Landwirtschaft mit Klima, Umwelt und Artenvielfalt zu versöhnen und kürzlich beim Digitalgipfel auch Bundeskanzler Olaf Scholz vorgestellt wurde.
„Mit den heute im Mittelpunkt stehenden Themen Biodiversität und Bioökonomie hat die Universität Hohenheim uns einen Einblick in die tägliche Arbeit gewährt. Es geht um die Arbeit an den größten Herausforderungen unserer Zeit: Bekämpfung der Klimakrise, Artenschutz, nachhaltiges Handeln von Wirtschaft und Gesellschaft“, sagte Ministerin Petra Olschowski und sagte der Hohenheimer Forschung „bestmögliche Unterstützung“ zu.
Ziel der Bioökonomie ist es, aus natürlichen Pflanzen- und Tierprodukten, Abfallstoffen und Mikroorganismen neue Produkte zu produzieren. Dazu präsentierten Wissenschaftler Projekte zur energie- und ressourcenschonende Nahrungsmittelproduktion aus dem 3-D-Drucker, zur Produktion klimaneutraler Verpackungen auf Basis von Proteinen und Eierschalen oder zur Herstellung von Kunststoffen aus landwirtschaftlichen Reststoffen in dezentralen Bioraffinerien.
Dass dabei auch der Transfer in die Praxis eine wichtige Rolle spielt, beleuchtete die Universität Hohenheim an einem Musterkoffer mit weiteren biobasierten Materialien, die von studentischen StartUps im Rahmen des Landesprogramms „BioPartnerBW“ entwickelt und gefördert wurden, darunter Protein-Produkte aus Mehlwürmern oder Grillen.
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