In Leinfelden-Echterdingen und Oberaichen gibt es seit diesem Jahr sechs Gebiete mit neuem Parkraumkonzept.

 

 

Einige Straßenzüge in Leinfelden-Mitte, Echterdingen-Süd oder Oberaichen wurden in der Vergangenheit allzu häufig von Fluggästen oder Messebesuchern als Dauerparkplätze genutzt. Dem hat die Stadtverwaltung nun einen Riegel vorgeschoben. Am 1. April wurden in zwei Zonen mit hohem Parkdruck in Oberaichen Parkausweise eingeführt, zum 1. August folgten zwei Gebiete in Echterdingen-Süd. Vor kurzem wurde das neue Konzept auch in Leinfelden-Mitte großräumig umgesetzt. Die Stadt hofft, dass durch das neue Parkraumkonzept die Suche nach einem Parkplatz am Straßenrand erfolgreicher ausfällt und schneller geht.

Mit den neuen Parkausweisen sollen vornehmlich Fremdparker aus den Gebieten gedrängt werden. Bisher seien in den betroffenen Zonen rund 635 Bewohner- und 29 Beschäftigtenausweise ausgegeben worden, von denen rund 80 Prozent digital angefordert wurden, teilte die Stadt auf Nachfrage mit. Etwa 15 000 Parkplätze halten Flughafen und Messe für Reisende und Besucher vor. Als spezielle Parkanlagen für Pendler wurden die Parkhäuser bei den S-Bahn-Stationen Echterdingen und Leinfelden sowie Parkplätze in Oberaichen eingerichtet. In den beiden größeren Stadtteilen Leinfelden und Echterdingen stehen außerdem jeweils an zentraler Stelle Parkhäuser zur Verfügung, und zwar die Tiefgarage Neuer Markt in Leinfelden sowie die Tiefgaragen Zehntscheuer und Zeppelin-Carré in Echterdingen.

Für Kurzparker gibt es außerdem eine Vielzahl von speziell ausgewiesenen Parkplätzen mit und ohne Parkscheiben-Regelung. Die Parkscheibe kann auch in den neu ausgewiesenen Parkzonen für Anwohner überall noch genutzt werden. Wer aber sein Fahrzeug länger als mit Parkscheibe erlaubt am Straßenrand stehenlassen will, benötigt in den mit Schildern ausgewiesenen Zonen einen kostenpflichtigen Parkausweis. Die Anwohner und Beschäftigte – oder ihre Arbeitgeber – müssen nun fürs Parken bezahlen. Wie vom Gesetzgeber gefordert, kosten die Parkausweise Geld, und zwar jährlich 30 Euro pro Fahrzeug für die Bewohner. Wer in den Zonen arbeitet, kann mit einem Beschäftigtenparkausweis für 90 Euro im Jahr und einer Parkscheibe zehn Stunden parken. Personen ohne Ausweis, beispielsweise Besucher, können bis zu vier Stunden mit der Parkscheibe ihr Auto an der Straße stehen lassen.

 

 

Auswertung

Wie gut die neue Regelungen funktionieren, lässt sich derzeit schwerlich evaluieren. Schließlich fehlen wegen der Corona-Krise nicht nur die Urlaubsparker, auch die Messebesucher sind nicht in der Stadt. Deshalb hat der Gemeinderat entschieden, dass die Parkzonen nach zwei Jahren ausgewertet werden. Bis jetzt habe sich gezeigt, dass das Parkraumkonzept funktioniere, erklärte Leinfelden-Echterdingens Ordnungsamtsleiter Gerd Maier. „Durch die deutlich geringeren Besucherzahlen an Flughafen und Messe in den vergangenen Monaten konnten die Anwohner den positiven Effekt aber noch nicht wirklich wahrnehmen.“ Das Parkraumkonzept werde trotzdem umgesetzt. „Die bisher gemachten Erfahrungen werden bei der Ausweisung neuer Gebiete berücksichtigt.“