Die Aktion „Gelbes Band“ wird mit dem Bundespreis „Zu gut für die Tonne!“ ausgezeichnet.

 

 

Bald hängen im schwäbischen Streuobstparadies wieder die süßen Früchte an den Bäumen. Doch immer häufiger ist zu beobachten, dass Obst auf oder unter den Bäumen verfault, weil es nicht geerntet wird. Die Gründe dafür sind unterschiedlicher Natur, die Lösung heißt „Gelbes Band“. Mit der farbigen Markierung signalisieren Obstbaumbesitzer, dass jeder ihre reifen Früchtchen ernten darf. Das Projekt des Landkreises Esslingen, an dem sich seit zwei Jahren die Stadt Leinfelden-Echterdingen beteiligt, ist nun auch preiswürdig. Wegen der Corona-Pandemie hat Julia Klöckner, die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, die Auszeichnung digital verliehen. Die Freude im Landkreis Esslingen – und in Leinfelden-Echterdingen – über den Bundespreis „Zu gut für die Tonne!“ in der Kategorie Landwirtschaft und Produktion war trotzdem groß.

„Das Projekt zeigt uns, wie Landkreise und Kommunen mit einer ebenso simplen wie genialen Idee Lebensmittel retten können“, sagte Bundesministerin Julia Klöckner. Noch genießbare Lebensmittel nicht wegzuwerfen, sei eine ökonomische und ökologische, aber auch ethische Verpflichtung. Seit zwei Jahren beteiligt sich die Stadt Leinfelden-Echterdingen am „Gelben Band“, und nach einem schwachen Obstjahr 2019 erwartet Katja Siegmann vom Amt für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau in diesem Jahr reiche Ernte. „Deshalb wollen wir das Projekt wieder in das Bewusstsein der Menschen bringen.“ Hintergrund des „Gelben Bands“ ist, dass so mancher Besitzer einer Streuobstwiese sein Obst nicht selbst ernten kann oder will.

Altersgründe können dabei eine Rolle spielen, oder dass die Bewirtschafter die großen Mengen nicht benötigen. Mithilfe des „Gelben Bandes“ kann das Obst, das zum Direktnaschen und für viele Leckereien taugt, aber doch noch an die Frau oder den Mann gebracht werden. Denn wer seine Bäume mit einem gelben Band versieht, gibt sie sichtbar für die Allgemeinheit zum Abernten frei. So wird die Verschwendung schon ganz am Anfang der Lebensmittelkette reduziert. Auch weite Trans­porte zum Verbraucher entfallen, was gut für das Klima ist, erläutert Katja Siegmann. Bevor die Erntehelfer wieder ausschwärmen, um die süßen Früchtchen vor dem Verfaulen zu retten, freute sich das Team um Jens Häußler von der Obst- und Gartenbauberatung, das die Aktion im Landratsamt Esslingen koordiniert, aber erst einmal über die Auszeichnung.

Auch die Erste Landesbeamtin Marion Leuze-Mohr war angetan: „Das war ein toller Tag für unser Projekt, aber auch eine Wertschätzung für die gesamten Bemühungen der Landkreisverwaltung, sich für die Umweltbelange einzusetzen. Ich freue mich riesig für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in diesen Bereichen unterwegs sind.“

 

 

Hier gibt’s die Bänder

Die Markierungsbänder für die Ernteaktion gibt es entweder bei der Stadtverwaltung, in den Bürger- und Ordnungsämtern Leinfelden und Echterdingen oder im Amt für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau – sowie in fünf Hofläden im Stadtgebiet.