Leinfelden-Echterdingen beteiligt sich trotz Corona-Pandemie auch in diesem Jahr an der Aktion „Stadtradeln“.

 

 

In Deutschland besitzen 80 Prozent der Haushalte ein Fahrrad, aber der Anteil aller Wege, die auf zwei Rädern zurückgelegt werden, liegt durchschnittlich bei gerade mal zehn Prozent. Das zumindest besagen Zahlen aus dem Jahr 2014, die das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erhoben hat. Damit sich das ändert, treten seit 2008 Kommunalpolitiker und Bürger für mehr Klimaschutz und Radverkehr in die Pedale. Leinfelden-Echterdingen, das auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg ist, macht auch in diesem Jahr beim „Stadtradeln“ mit. Bis zum 19. Juli gilt: Abstand halten, Immunsystem stärken und Spaß haben, und zwar jeder für sich, aber alle zusammen. Egal, ob auf dem Weg zur Arbeit oder zum Supermarkt – unter Einhaltung der gegebenen Abstandsregeln gilt das Rad laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales als sicheres Verkehrsmittel in Zeiten von Corona.

Die Ansteckungsgefahr ist sehr gering, und wer in die Pedale tritt, hält sich fit. Laut dem Landesbündnis ProRad Baden-Württemberg verzeichnen regelmäßige Radfahrer im Durchschnitt 25 Prozent weniger Krankheitstage im Jahr. Alle, die in Leinfelden-Echterdingen leben, arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule besuchen, können bei der Kampagne „Stadtradeln“ des Klima-Bündnisses mitmachen und möglichst viele Radkilometer sammeln. Teilnehmer tun damit etwas für die Umwelt, denn laut dem Umweltbundesamt im Jahr 2016 entstehen etwa ein Fünftel der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland im Verkehr. Dabei ließen sich etwa 7,5 Millionen Tonnen CO2 allein in Deutschland vermeiden, wenn rund 30 Prozent der Kurzstrecken bis sechs Kilometer in den Innenstädten mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren würden, so das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung 2002.

Die Teilnehmer am „Stadtradeln“ entlasten nicht nur die Umwelt von schädlichen Emissionen – und haben dazu noch die Chance auf einen wertvollen Gewinn –, sie machen auch die Stadtverwaltung auf die Bedürfnisse der Radfahrenden aufmerksam. Denn die Kommunalpolitiker sind die Entscheidungsträger, wenn es um die Rad­infrastruktur und damit um praktischen Klimaschutz vor Ort geht. Während der Aktion nehmen sie selbst die Lenkerperspektive ein und erfahren, wo die Kommune schon fahrradfreundlich ist und wo noch nachgebessert werden muss. Damit die Kommunalverwaltung es leichter hat, die Radinfrastruktur gezielt zu verbessern, kann sie außerdem über die Bürgerbeteiligungsplattform „RADar!“ direkt auf das Wissen ihrer Bürger als Radexperten des Alltags zurückgreifen.

Die Radelnden melden Schlaglöcher, plötzlich endende Radwege oder eine unübersichtliche Verkehrsführung direkt in einem digitalen Stadtplan und die Verwaltung nimmt sich der Sache an. Zudem werden die von der Stadtradeln-App getrackten Strecken anonymisiert von der Technischen Universität Dresden ausgewertet. Die Erkenntnisse – zum Beispiel wo wie viel und wie schnell gefahren wird oder wo der Radverkehrsfluss verlangsamt wird – werden den Kommunen bereitgestellt.

 

 

Anmeldung

Fürs „Stadtradeln“ anmelden können sich Interessierte unter www.stadtradeln.de/leinfelden-echterdingen.