Alt-Bürgermeister Gerhard Haag bekommt vom Verein LE-Solar 5000 Euro für eines seiner Projekte in Tansania.

 

 

Nur wenige Tage vor der Schließung der Grenzen war Gerhard Haag von seiner Reise nach Afrika zurückgekehrt. Der ehemalige Finanzbürgermeister von Leinfelden-Echterdingen engagiert sich seit 13 Jahren für die Menschen in Tansania. Jetzt ist Hilfe dringend nötig. Denn auch das ostafrikanische Land leidet unter der Corona-Pandemie. Umso dankbarer ist Gerhard Haag, der vom 1. März 1999 bis 28. Februar 2007 Bürgermeister und Leiter des Dezernats für Bildung, Kultur, Soziales und Finanzen war und mittlerweile in Degerloch wohnt, dass ihn die Menschen an seiner alten Wirkungsstätte seit Jahren tatkräftig unterstützen. Unmittelbar nach seiner Verabschiedung in Leinfelden-Echterdingen hat der Alt-Bürgermeister eine Aufgabe in Afrika übernommen, die ihn bis heute ausfüllt. „Angefangen hat es mit einer Berufsschule in Mbeya“, erinnert er sich.

Mittlerweile unterstützt und fördert Gerhard Haag, der im Mai 70 Jahre alt wurde, vier Berufsschulen, zwei Krankenhäuser und zwei Gymnasien in Tansania. Und er setzt sich dafür ein, dass Jugendliche eine Berufsausbildung erhalten, um als Elektriker, Schreiner, Schneider, Kaufmann oder Touristikfachkraft ein selbstbestimmtes Leben führen können. „Als Hilfe zur Selbsthilfe“, wie er stets betont. Als Gerhard Haag nach seiner Rückkehr aus Tansania Mitte März über die gravierenden Probleme von Schulen und Krankenhäusern berichtete, formierten sich die Unterstützer. Die Echterdinger Firma Weitmann und Konrad übernahm spontan 3000 Euro für die Gehälter einer Berufsschule, die wegen Corona geschlossen werden musste und ums Überleben kämpfte. Für eine weitere Schule kamen dank einer Vielzahl von Einzelspenden aus Leinfelden-Echterdingen 2000 Euro zusammen.

In der vergangenen Woche übergab dann LE-Solar ihre Spende. Der Verein betreibt seit 2005 eine Solaranlage auf dem Flachdach des Echterdinger Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasiums. Dank des idealen Platzes funktioniert die Anlage so gut, dass nun Gewinne erzielt werden, und 5000 Euro davon fließen in ein Projekt von Gerhard Haag in Tansania. Mit dem Geld wird einen neue solarbetriebene Wasserpumpe installiert, um ein Krankenhaus besser mit Wasser zu versorgen. Denn Hygiene ist auch in Tansania einer der Schlüssel, um die Ausbreitung der Pandemie im Land einzudämmen, erklärte Haag, der symbolisch das Modell einer Wasserpumpe erhielt.

 

 

Spenden

Es ist nicht das erste Mal, dass LE-Solar für das ostafrikanische Land spendet. Der „Förderverein Sonnenenergie“, der 2002 durch zwölf Bürgerinnen und Bürger aus Leinfelden-Echterdingen gegründet wurde, hat in der Vergangenheit bereits 8000 Euro für eine Solaranlage an einer tansanischen Berufsschule zur Verfügung gestellt. „Die Hoffnungen mit dem Aufbau der Anlage haben sich erfüllt“, sagte Oberbürgermeister Roland Klenk angesichts der stattlichen Spendensumme, die zusammengekommen ist. Das mache Mut für weitere derartige Fotovoltaikanlagen, ergänzte der OB. Gerhard Fik, Mitglied im Vorstand von LE-Solar, freute sich, dass der Verein mit dem Geld ein zu den Zielen des Vereins passendes Sonnenenergie-Projekt in Tansania unterstützen kann. „Wir sind dankbar, dass wir das Dach der Schule kostenlos nutzen dürfen“, ergänzte er.