LEs Oberbürgermeister Roland Klenk stellt sich an die Seite der von Lärm und Erschütterung geplagten Anwohner entlang der S-Bahnstrecke.

 

 

Rund 160-mal am Tag verkehren die S-Bahnen der Linie 2 und 3 auf den Gleisen an der Rohrer Straße in Leinfelden. Wenn die schweren Züge an den Wohnhäusern vorbeidonnern, wackeln schon mal die Gläser im Schrank. Auch einige Wände weisen erste Risse auf. Seit gut zwei Jahren mehren sich die Klagen und die Schäden. Nun bekommt die Interessengemeinschaft „Bürgerinitiative für menschen- und umweltverträglichen Schienenverkehr in LE“, kurz BIMUSLE, Unterstützung von Leinfelden-Echterdingens Oberbürgermeister Roland Klenk.

„Wir haben vor, lästig zu sein, wir haben vor, die Bahn nicht in Ruhe zu lassen, das Thema so lange zu spielen, bis die Rahmenbedingungen klar sind, was zu tun ist, und dass die Bahn es tun muss, ist vollkommen klar“, hat der Rathauschef dieser Tage öffentlich verlauten lassen. Zur Freude von Ulrich Löchner, dem Sprecher von BIMUSLE. Schließlich haben sich die Anwohner entlang der Gleise, auf denen die S2 und die S3 in regelmäßigen Abständen verkehren, schon vor eineinhalb Jahren an die Stadtverwaltung gewandt – und auch an die Bahn. „Aber erst seitdem wir als Interessengruppe auftreten, werden wir gehört“, sagt Ulrich Löchner.

Der Zustand der S-Bahnstrecke habe sich über die Jahre hinweg erheblich verschlechtert, erklärt Löchner. Schienen und Gleisbett würden schlecht oder nicht ordnungsgemäß gewartet, die Unterschottmatten seien alt oder fehlten ganz, nennt der Sprecher der Bürgerinitiative als mögliche Ursachen für die zunehmenden Erschütterungen und Lärmbelästigungen. Da die Trasse für die Gäubahn vorgesehen ist, scheine es so, als warte die Bahn ab, was diesbezüglich passiert. „Und mit der Gäubahn kämen täglich noch einmal 90 Züge dazu“, so Löchner.

Zwei Vororttermine mit Vertretern der DB Netze Südwest und BIMUSLE hat es im Mai gegeben. In Unteraichen überreichten die Anwohner Stephan Schmidt, dem Leiter des Anlagen- und Instandhaltungsmanagements für die Region Südwest, sowie einem Pressesprecher aus der Bahnzentrale Frankfurt Fotos von den Bauschäden und eine Liste mit 120 Unterschriften. „Die Bahn ist allerdings der Auffassung, dass sie alle geltenden Regeln und Richtlinien zur Instandhaltung des Schienennetzes einhält“, sagt Ulrich Löchner.

Beim zweiten Ortstermin in Echterdingen sei ihnen von den Vertretern der Bahn versichert worden, dass ihr Anliegen „an allen entscheidenden Stellen bis hin zum Konzernbevollmächtigten platziert“ und man seitens der Bahn an einer Lösung interessiert sei. Die will auch der Oberbürgermeister. „Diese Unterschriftenliste zeigt, wie gravierend das Problem geworden ist“, so Roland Klenk. Er ist froh über die Zusage der Bahn, der Ursache für die Belastungen auf den Grund zu gehen, überlegt aber gleichwohl, ob die Stadt eigene Untersuchungen in Auftrag gibt, um die Belastungen festzustellen und gegebenenfalls bei der Deutschen Bahn auf die Einhaltung der gültigen Grenzwerte zu dringen.

Erschütterungsmessungen durch externe Experten an mehreren Stellen im Stadtgebiet entlang der Strecke hält auch der BIMUSLE-Sprecher für zielführend. „Sollte die Stadtverwaltung uns nicht aktiv unterstützen, werden einige Fraktionen im Gemeinderat einen entsprechenden Antrag stellen“, sagt Ulrich Löchner.

 

 

Schienenlärm

Betroffene können sich an Ulrich Löchner wenden, Telefon 01 60 / 8 63 06 46, E-Mail: schienenlaerm- filder@web.de

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