Die Stadt will die Ausländerbehörde auslagern und hat der Volksbank in Leinfelden den Mietvertrag gekündigt.

 

 

Die Volksbank Stuttgart verschickt derzeit Briefe an ihre Kunden, in denen sie ihnen mitteilt, dass die Filiale Leinfelden wegen Eigenbedarf des jetzigen Eigentümers zeitnah geschlossen werden muss. Das Gebäude in der Markstraße 12 ist seit Anfang 2019 im Besitz der Stadt Leinfelden-Echterdingen, und die hat ihrem Mieter auf den 31. Dezember gekündigt, weil dort die städtische Ausländerbehörde einziehen soll. Der Standort Leinfelden soll aber nicht aufgegeben werden, sagt Uwe Butsch, Pressesprecher der Volksbank Stuttgart. „Wir sind auf der Suche nach Räumlichkeiten, aber es ist derzeit noch nichts in trockenen Tüchern.“ Unterstützt werden die Finanzfachleute dabei von Leinfelden-Echterdingens Wirtschaftsförderin Angelika Goldak. Dass es zur Trennung zwischen Mieter und Vermieter kommt, hat eine längere Vorgeschichte.

Bereits als das Haus noch im Privatbesitz war, kam die Bank auf die Verwaltung zu mit der Bitte um Unterstützung bei der Suche nach kleineren Geschäftsräumen in Leinfelden. Rund 150 Quadratmeter in möglichst zentraler Lage sollten es sein, erzählt Angelika Goldak. „Wir haben uns im Frühsommer 2018 verschiedene Sachen angeguckt, aber nichts Geeignetes gefunden.“ Obwohl die intensive Suche in diesem Jahr weiterging, sei unter den verfügbaren Objekten noch immer keines dabei gewesen, das gepasst hätte. Die ganze Zeit aber seien Stadt und Bankinstitut immer im Gespräch gewesen, sagt Goldak. Oberbürgermeister Roland Klenk habe Verständnis für die Lage der Volksbank, die die Versorgung ihrer Kunden in Leinfelden sicherstellen wollte, erklärt die Wirtschaftsförderin. „Wir wollen den langfristigen Bestand der Filiale, und uns ist daran gelegen, dass der Service für die Kunden aufrechterhalten werden kann.“

Das gelte auch für die Zeit, bis die Volksbank einen neuen Platz für ihre Filiale in Leinfelden gefunden habe. Die Kündigung sei unvermeidlich gewesen, weil die Stadt den Platz im Haus schräg gegenüber dringend selbst benötige, erklärt Angelika Goldak. „Eigenbedarf gibt es im gewerblichen Mietrecht nicht, aber das Motiv der Stadt ist die eigene Nutzung, denn die räumliche Not am Verwaltungsstandort ist groß. Wir fangen im Januar sofort mit dem Umbau an.“ Ob wenigstens der Geldautomat in Leinfelden verbleiben kann, steht noch nicht fest, sagt Butsch. „Dafür brauchen wir einen sicheren und kundenfreundlichen Standort.“ Also suchen sie bei der Volksbank Stuttgart nach Lösungen.

„Wir wollen unsere Filialen draußen behalten, auch wenn das wohl nicht überall möglich sein wird“, sagt Uwe Butsch. Es gebe Zweigstellen, in die am Tag zwei Kunden kommen. „Leinfelden zählt aber nicht dazu, deshalb schauen wir uns dort nach Räumlichkeiten um.“ Übergangsweise könne möglicherweise das VR-Mobil an einem Tag in der Woche Station in Leinfelden machen, erklärt der Pressesprecher. „Wir prüfen derzeit, ob wir die dafür notwendigen Genehmigungen von der Stadt bekommen.“

 

 

Ausweichoptionen

Bis ein neuer Standort für die Filiale gefunden ist, müssen Volksbank-Kunden für Beratungstermine in die Geschäftsstelle Echterdingen oder in die Direktion Möhringen ausweichen.