Die Deutsche Telekom wirbt in Möhringen für den geplanten Breitbandausbau mit Glasfaserkabel.

 

 

Nicht wenige Möhringer Bürger sind in den vergangenen Wochen von Mitarbeitern der Deutschen Telekom angerufen oder sogar persönlich aufgesucht worden, die ihnen von schnellem Internet vorgeschwärmt haben. Der Stadtbezirk auf den Fildern gehört zu den ausgewählten Stuttgarter Wohngebieten, die zeitnah Glasfaserkabel bis in die Häuser erhalten sollen. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich ausreichend Interessenten für die flotten Anschlüsse finden, denn das Graben und Verlegen der Leitungen muss sich lohnen. Derzeit und noch bis 15. Dezember läuft die sogenannte Vorvermarktungsphase, in der von der Telekom die Nachfrage nach Glasfaser abgeprüft wird. Im Bezirksbeirat in Sillenbuch hat Mathias Bar­tuschek, der Breitband­koordinator der Stadt, derweil über die allgemeine Daten-Versorgungslage in Stuttgart informiert. Glasfaserkabel können Highspeed-Surfen im Internet ermöglichen, Telefonate und Fernsehprogramme übertragen.

In Zeiten, in denen Homeoffice für viele schon Berufsalltag ist, ist die schnelle Datenübertragung besonders wichtig, die sich, anders als bei früheren Technologien, mittels Licht vollzieht. Doch gerade mal drei Prozent der Haushalte in Stuttgart verfügen über einen FTTH-Anschluss mit mehr als 1000 Mbit/s. Dabei hat die Region Stuttgart große Ziele. Bis 2025 sollen 50 Prozent der knapp 1,4 Millionen Haushalte in den fünf Landkreisen und der Landeshauptstadt mit Lichtgeschwindigkeit Daten schicken und senden können, fünf Jahre später schon immerhin stolze 90 Prozent. Einiges sei bereits bewegt worden, erläuterte Mathias Bartuschek den Bezirksbeiräten in Sillenbuch. So werden in Stuttgart-West rund 12 900 Haushalte ans megaschnelle Internet angeschlossen, in Bad Cannstatt, wo unter anderem in der Viaduktstraße Tiefbauarbeiten laufen, sind es etwa 12 000.

In den Stadtteilen Neugereut und Hofen sollen etwa 7000 Haushalte angeschlossen werden. „Und in Möhringen könnten es an die 12 500 sein“, sagte Bar­tuschek. Auch zahlreiche Gewerbegebiete, wie der Synergiepark Vaihingen-Möhringen oder die Tränke Degerloch seien mittlerweile mit Glasfaserkabel versorgt. Immer am Jahresende schlage die Telekom Wohngebiete vor, die für einen Ausbau in den nächsten beiden Jahren infrage kommen, erläutert Helmuth Haag, der Pressesprecher der Gigabit Region Stuttgart, kurz GRS. „Die Vorschläge erfolgen auf Basis der vorhandenen Infrastruktur und von Wirtschaftlichkeitsrechnungen.“

Die GRS, die Zweckverbände der Landkreise und die Landeshauptstadt Stuttgart, die Gesellschafter im seit Mai 2019 laufenden Glasfaserprojekt der GRS mit der Deutschen Telekom ist, würden die Vorschlagsliste bewerten, gegebenenfalls auch korrigieren und ergänzen, so Haag. „Es kommen Kriterien wie kommunale Druckpunkte oder bereits geplante Bauarbeiten, die zum Verlegen genutzt werden können, hinzu.“ Auch aktuelle und beabsichtigte Förderprojekte für unterversorgte Gebiete oder Schulen fließen in die Detailplanung ein.

 

 

Voraussetzungen

Damit ein Gebiet von der Telekom mit Glasfaserkabel ausgestattet werden kann, brauche es vor allem aber eine gewisse Anzahl von Anschlüssen, sagt Helmuth Haag. „Sollte das Interesse nicht ausreichen, kommt das Gebiet später wieder dran.“