Nostalgisches Spielzeug von anno dazumal: Das Heimatmuseum in Möhringen ist nach fünf Monaten Zwangspause wieder sonntags geöffnet.

 

 

Um Abstand zu halten, darf immer nur ein Gast auf der Treppe im Spitalhof hinauf- oder herunterlaufen. Im Heimatmuseum Möh­ringen, das in den beiden oberen Stockwerken des historischen Gebäudes untergebracht ist, ist die Besucherzahl beschränkt, und es gelten die der Corona-Pandemie geschuldeten Abstands- und Hygiene­regeln. Beim Gang durch die Ausstellung muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen und Distanz gewahrt werden. Auch einen Personalien-Fragebogen muss jeder Besucher ausfüllen. Irene Reichert nimmt die Umstände gelassen hin. Hauptsache sei, dass das Haus nach genau fünf Monaten Zwangspause wieder offen stehe, sagt die Ansprechpartnerin für das gesammelte historische Erbe Möhringens. Am Sonntag hat Irene Reichert zum ersten Mal seit Monaten die Tür zum Museum weit aufgemacht. Mit Christine Will-Kreyssig, die neu im ehrenamtlichen Team ist, hatte sie bereitwillig den Dienst bei der Wiedereröffnung übernommen. „Der Termin stand kurzfristig fest, und wir wollten nicht mehr länger warten.“ Dass die vielen Leihgeber der Sonderausstellung „Altes Spielzeug“, die vor der Schließung gezeigt wurde und eigentlich längst beendet sein sollte, sich bereit erklärt hatten, ihre teils sehr persönlichen Exponate länger als geplant zur Verfügung zu stellen, freut Irene Reichert.

„Wir haben die Ausstellung bis zum Sonntag, 22. November, verlängert, dann haben alle rechtzeitig zu Weihnachten ihre Schätze wieder. Einige der Puppenstuben, Kaufladen oder Lokomotiven stehen jedes Jahr unterm Christbaum.“ Noch aber sind die Spiel­sachen von früher in neun großen Schrankvitrinen aufgebaut. Sie hätten darauf verzichtet, die Ausstellung nach Spielzeug für Mädchen und Jungen zu gliedern, erklärt Irene Reichert. Auch sonst gebe es keine bestimmte Reihenfolge oder Wertigkeiten. „Wir haben unsere schönen Stücke ganz einfach bunt durcheinandergemischt.“

Puppen mit Porzellanköpfen sitzen neben einer Tankstelle aus Blech, ein großer Teddybär mit Rollen zum Ziehen steht neben einem Holzleiterwagen, ein Hutmacherladen aus der Zeit des Jugendstils mit kleinen handgemachten Hüten und Stoffballen neben einer imposanten Ritterburg aus Blech. Eine funktionierende Dampfmaschine gibt es auch oder ein Klappbilderbuch mit den schönsten Märchen aus Tausendundeiner Nacht sowie eine alte Ausgabe von „Der Struwwelpeter“. Einige Kindergartengruppen hat Irene Reichert vor der Schließung des Heimatmuseums im März schon durch die Spielzeug-Schau geführt und viele leuchtende Augen gesehen beim Anblick des Modells einer Krokodil-Lokomotive oder des handgeschmie­deten Puppenherds von 1890.

Für die kleinen Besucher gibt es außerdem eine Spielecke mit hand­bemalten hölzernen Bauklötzchen, einem Kasperletheater, Schaukelpferd, mit Puppenwagen und großem Kaufladen. „Zum Teil haben sich die Kinder zu dritt hinter der Laden­theke gedrängt“, erzählt Irene Reichert. Bis zur Schließung im März wurden in der Ausstellung schon beinahe 700 begeisterte kleine und große Besucher gezählt. Dank Corona-Pandemie haben jetzt noch viel mehr Puppen-, Eisenbahnen- und Blechspielzeugfreunde die Möglichkeit, in die Welt der Kinderspiele von anno dazumal einzutauchen.

 

 

Heimatmuseum Möhringen

Das Heimatmuseum Möhringen hat sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Voranmeldungen unter Tel. 01 71 / 3 58 64 23 oder per E-Mail an irene.reichert@sir-eurasburg.de erleichtern dem Museumsteam die Planung. Weitere Informationen gibt es im Internet unter https://heimatmuseum-moehringen.de.