Neubau des Pflegezentums Bethanien geht voran: Der fünfstöckige Rohbau soll Ende des Jahres stehen – der Grundstein für das Haus Maria ist gelegt.

 

 

Es ist alte Tradition, Kupferrollen mit zeitgeschichtlichen Dokumenten in ein neues Gebäude einzumauern, um der Nachwelt etwas zu hinterlassen. Die Zeitkapsel, die im Fundament des Hauses Maria versenkt wurde, enthält neben historischen Fotos von Bethanien bei der Eröffnung 1978 und aktuellen Bauplänen, einem Meterstab, etwas Geld und der Tageszeitung auch eine Mund-Nasen-Bedeckung. Ungeachtet der Corona-Pandemie geht indes der Neubau auf dem Gelände des Pflegezentrums in Möhringen voran. Vergangene Woche wurde die ursprünglich für den Mai geplante Grundsteinlegung nachgeholt. Seit Ende der 70er Jahre ist das Pflegezentrum Bethanien in Stuttgart-Möhringen zu Hause. Das Gebäude ist in die Jahre gekommen und erfüllt nicht mehr die Anforderungen an heutiges Wohnen im Alter. An seiner Stelle sollen zum Preis von rund 35 Millionen Euro zwei neue Pflegeheime mit zusammen 220 Plätzen entstehen.

Die Bauzeit, die in zwei Abschnitte aufgeteilt ist, soll etwa vier Jahre betragen. Im März waren 160 Pfähle in den Boden gerammt worden, die das Fundament für das neue Haus Maria in dem schwierigen Baugrund sicher tragen. Das fünfstöckige Gebäude wird 120 Pflegeplätze beherbergen, eine Begegnungsstätte sowie eine Tagespflege mit 15 Plätzen, die in Zusammenarbeit mit der Diakoniestation Möhringen betrieben wird. Im zweiten Bauabschnitt folgt dann das dreistöckige Haus Martha für an Demenz erkrankte Menschen. Für diese Personengruppe stehen nach Fertigstellung zukünftig 100 Plätze zur Verfügung. Außerdem wird im Haus Martha eine neue Kapelle untergebracht, denn der alte Andachtsraum muss dem Neubau weichen. Eingebettet sind die beiden Häuser in eine grüne Umgebung. Im Mittelpunkt ist ein großer, mit Pflanzen gestalteter Innenhof, und auch die Dächer werden begrünt.

„Es ist kein abgeriegeltes Quartier, sondern die Häuser öffnen sich zum Grünen und zur Gemeinde hin“, betont der verantwortliche Architekt Ralf Horn. Zudem wird Wert auf ressourcenschonendes Bauen gelegt, mit Fotovoltaik-Anlagen und Pellets-Heizungen. Beide Häuser werden im Hausgemeinschaftskonzept betrieben. Jede Haus­gemeinschaft besteht aus 15 Einzelzimmern mit Bad, die mit 19 bis 21 Quadratmetern deutlich größer sind als die Heimbaugrundverordnung vorgibt, nämlich 16 Quadratmeter. Sie bieten den Bewohnern genügend Platz, um eigene Möbel mitzubringen. Zen­trum und Treffpunkt jeder Hausgemeinschaft ist die Wohnküche mit angrenzendem großen Balkon.

Die Grundsteinlegung feierten Bewohner und Mitarbeiter wegen der Sicherheitsvorkehrungen im kleinen Kreis, fast ohne Gäste von außerhalb. Aber nicht ohne Oberin Carmen Treffinger, Vertreterin der Evangelischen Diakonissenanstalt Stuttgart als Trägerin der Einrichtung, und Florian Bommas, Geschäftsführer der Diakonischen Altenhilfe. Annette Attanasio, die zukünftige Heimleiterin im Haus Maria, legte die zurzeit nicht mehr wegzudenkende Schutzmaske in die Zeitkapsel, die Oberin Treffinger und Bommas versenkten, und dann gab es Eis für alle.

 

 

Baustand

Die Fortschritte beim Haus Maria sind nicht zu übersehen. Die Bauarbeiten sind im Erdgeschoss angekommen, bis Ende des Jahres soll der Rohbau stehen.