Mein Nachbar, der Vater der Freundin meiner Tochter, und ich, wir sind regelmäßig mit unseren Mountainbikes unterwegs. Dabei wissen wir eigentlich nie so wirklich, wo wir landen werden. Am Anfang jeder Tour fahren wir immer auf den nächsten Hügel und machen dort ein Ziel aus. Dieses Ziel visieren wir dann an und fahren so direkt wie möglich drauf zu.

Jenes Vorgehen hat uns schon zum Jusiberg, auf den Roßberg, die Achalm, die Burgruine Hohen­urach, die Burg Hohenzollern, die Burg Hohenneuffen und viele weitere tolle Ziele geführt. Das ist so spannend, denn wir wissen nie, wo wir überall vorbeikommen werden. Nach jedem Ritt, der in der Regel fünf Stunden dauert, kommen wir schlammig, glücklich und voller Adrenalin zurück. Zwei so harte Typen wie uns hat die Welt noch nicht gesehen – dachten wir zumindest.

Neulich waren wir auf einem Trail unterwegs und wollten absteigen, da uns der Hang und das Gefälle zu heftig vor­kamen. Plötzlich klingelte es von hinten. Ein Mountainbiker, der die sechzig schon vor Jahren gefeiert haben muss, zog an uns vorbei. Völlig furchtlos, als würde es kein Morgen geben. Wir dagegen schauten uns an und mussten lachen.

Was sind wir nur für Weicheier! Aber wir haben tolle Familien zu Hause, die es verdient haben, dass ihre Papas ohne Brüche oder Klinikaufenthalte wieder heimkommen. Bei jeder Tour gilt: Wir passen aufeinander auf und helfen uns in schwierigen Situationen. Eben echte Bike Bros. Wir sehen uns – irgendwann, irgendwo in Baden-Württemberg!

Bleibt gesund,

Euer Ostermann