Bevor ich zum Radio kam, wollte ich immer Lehrer werden. Dank Homeschooling bin ich es ja nun trotzdem regelmäßig. Meine Kids finden das weniger aufregend und auch ich könnte, wie Tausende andere Eltern, gerne darauf verzichten. Dass LehrerInnen und Kinder zusammen in der Klasse arbeiten, ist ja momentan leider nicht möglich. Dabei brauchen unsere Kinder diesen Kontakt. Denkt doch mal an Eure Schulzeit zurück. Wer hat uns geprägt, manchmal genervt und ist mit uns auf Klassenfahrt gewesen?

Unsere Leh­rerInnen. Die haben es im Moment superschwer. Zum Teil müssen sie mit unzureichendem Equipment digitalen Unterricht machen. Bei uns drucken die Lehrerinnen meiner Kinder die Wochenpläne aus und werfen sie in den Briefkasten. Was mich aber immer freut, ist der persönliche Kontakt. Neulich rief die Lehrerin meines Sohnes an. Nach einem kurzen Gespräch mit meiner Frau wollte sie meinen Großen sprechen. Sie hat sich bestimmt zehn Minuten Zeit genommen, um ihn zu fragen, wie es ihm geht, was er zu Weihnachten bekommen hat, wie es mit unserem neuen Hund läuft und vieles mehr.

Man konnte an seinem Gesichtsausdruck sehen, wie gut ihm dieser persönliche Kontakt tat. Meine Frau und ich waren so gerührt von dem ehrlichen Interesse und dem großen Aufwand, den die LehrerInnen für unsere Kinder betreiben. Deshalb, liebe LehrerInnen in Baden-Württemberg: „Danke, dass Ihr da seid, auch wenn Ihr es eigentlich nicht seid!“ Hoffentlich bis bald wieder, in der Schule.

Herzliche Grüße,

Euer Ostermann