„Schaffe, schaffe, Häusle baue.“ Ein Satz, den jeder Schwabe im Schlaf auf­sagen kann. Leider ist das aber nicht mehr so, wie es mal war. Wer heute ein Häusle bauen will, der muss mehr als „schaffe“. Ich habe mich neulich mit einem Mann an der Tankstelle unterhalten. Der hat tatsächlich drei Jobs. Schlafen wird zur Neben­sache.

Dieser Mann will sich kein Haus kaufen, nein, er braucht ein neues Auto, weil seines kaputt gegangen ist. Ich finde, seine Ansprüche sind minimal. Allerdings verschlingen Miete und laufende Kosten fast das ganze Gehalt. Deshalb braucht er drei Jobs. Wie er das körperlich schafft, darauf nimmt das Leben keine Rücksicht. Kürzlich habe ich eine Frau beim Zeitung austragen gesehen, die ich mittags in einem anderen Job wieder getroffen habe. Am Wochenende dann abermals, wieder in einem anderen Job. Das ist mittlerweile ja wirklich kaum noch zu wuppen.

Hohe Mieten, völlig überteuerte Preise für Eigenheime, und das „ganz normale Leben“ mit Einkaufen, Heizen oder Tanken wird auch immer teurer. Wo soll das noch hinführen?

Es ist ja heute schon so, dass beide Elternteile arbeiten müssen und es trotzdem kaum reicht. Die Kinder sind deshalb auch oft in der Ganztagsbetreuung. Ist das der Sinn des Lebens? Sich kaputt schaffen und am Ende nicht mal was von der Familie zu haben? Ich finde, da sollte sich was ändern.

Ein Gedanke, der hoffentlich von den verantwort­lichen Stellen wahrgenommen wird!

Schönes und „erholsames“ Wochenende!
Euer Ostermann