Mein Freund Matze und ich waren neulich mit unseren Mountainbikes unterwegs von Tübingen über Reutlingen und Münsingen bis nach Dächingen im Alb-Donau-Kreis. Am nächsten Tag ging es weiter über Zwiefaltendorf und Zwiefalten zurück nach Tübingen. Knappe 130 Kilometer sind wir insgesamt gefahren.

Obwohl unsere Hinterteile am zweiten Tag echt wehtaten, waren die gar nicht mal das größte Problem. Das war nämlich vielmehr der Hinterreifen meines Freundes. Der verlor plötzlich mitten im Wald seine Luft. Wir hatten eine Pumpe dabei und bekamen den Reifen so wieder prall, bis er zwei Kilometer später wieder fast platt war. Einen Ersatzschlauch hatten wir glücklicherweise auch noch dabei, nur den 17er-Schlüssel hatten wir vergessen. Ein Reifenwechsel war daher leider unmöglich! Nun wurden wir leicht unruhig, da wir noch mehr als 50 Kilometer vor uns hatten. Matze schimpfte über seinen „blöden“ Reifen. Ich meinte, dass wir ja eigentlich richtig Glück hätten. Wäre der Reifen komplett kaputt gewesen, dann hätten wir irgendwo im Nirgendwo auf der Schwäbischen Alb deutlich größere Probleme gehabt. Die Pumpe und der nicht ganz kaputte Reifen waren also unser Glück.

Gefühlte sieben Stunden später kamen wir in Pfullingen an. Da wohnt ein Freund, der uns seine Garage und sein Werkzeug zur Verfügung stellte. Danke, Dirk! So konnten wir die letzten 20 Kilometer in Ruhe und mit heilem Reifen fahren. Und so ist es doch im Leben auch: Manchmal scheint alles aussichtslos und frustrierend. Wenn man aber versucht, das Gute zu sehen, dann stellt man fest, dass es irgendwie immer eine Lösung gibt. Man muss nur versuchen, das auch zu erkennen.

Euer Ostermann