Es ist schon eine Weile her, als ich abends mit einem guten Freund in Stuttgart unterwegs war. Wir sind auf der Theodor-Heuss-Straße von einem Club in den nächsten geschlendert. Ich habe nichts getrunken, da ich noch nach Tübingen zurückfahren musste. Mein Kumpel hat sich – um es seriös auszudrücken – ordentlich einen reingelötet. Spaß beiseite! Er hatte auf jeden Fall gute Laune und die Erde unter ihm wackelte ein wenig. Dieser „Gute-Laune-Bär“ animierte allerdings nicht jeden, auch gut gelaunt zu sein. Vor allem nicht diese „Wand“ aus Mensch, die auf jeden Fall über 1,90 Meter groß und gefühlt 1,60 Meter breit war.

Dieser „Baum eines Mannes“ baute sich plötzlich vor meinem Kumpel auf. Er war einer dieser Typen, die eigentlich nicht diskutieren, sondern eher polieren wollen – vorrangig die Gesichtsgegend. Ich habe schnell gemerkt, dass es wenig heldenhaft wäre, mich dazwischen zu stellen, da dieser Hüne bereits seine Faust vor dem Gesicht meines Freundes zum dran Schnüffeln positioniert hatte. Sie war so groß wie eine Baggerschaufel. Ich habe uns schon in der Notaufnahme gesehen, als von der anderen Straßenseite eine Gruppe junger Türken rüberkam. Was jetzt passierte, fasziniert mich bis heute. Sie stellten sich um uns herum auf.

Einer von ihnen ging beruhigend auf den Hünen zu und beschwichtigte ihn. Er schaffte es schließlich, die Situation völlig ohne Gewalt oder Aggression aufzulösen. Er klopfte uns auf die Schulter und sorgte sogar dafür, dass wir uns am Ende ALLE – inklusive „Wand“ – die Hände reichten. Es wurde dank toller Türken mit Herz ein schöner Abend! Danke dafür!

 

Euer

Ostermann