Ich werde Ende des Monats 48. Ich habe zwar schon graue Haare, aber noch volles Haar. Mir wachsen auch noch keine Haare aus der Nase oder den Ohren und ich nässe mich beim Niesen auch nicht ein. Kurz gesagt, ist 48 kein Alter. Allerdings, wenn man auf die Dinge schaut, die es vor nicht allzu langer Zeit noch gab, fühlt man sich uralt. Könnt Ihr Euch noch an die Zeit erinnern, als man noch mindestens 20 Pfennig brauchte, um zu telefonieren? Oder als gegen Mitternacht im Fernsehen nur noch ein Testbild kam? Als wir zum Umschalten noch aufstehen mussten? Als wir mit einem Bleistift bewaffnet den Bandsalat einer Kassette wieder in den Griff bekamen?...meistens!

Oder die Schallplatte umdrehen mussten, um die Seite B zu hören. Oder könnt Ihr Euch noch an den Kunststoffpuck erinnern, den man in eine Single klemmen musste, damit man sie auf dem Plattenteller abspielen konnte? Oder wenn wir beim Computer festgestellt haben, dass etwas nicht auf eine Diskette passte und wir nach zwei oder drei weiteren suchen mussten, um alles speichern zu können? Meine Kinder kennen nichts mehr davon und würden wohl auch nicht verstehen, wie wir damals gelebt haben. Nichtsdestotrotz fühle ich mich noch genauso jung wie in der Zeit, die ich eben beschrieben habe. So, ich muss los, mein Schulterpolster-Sacko aus der Reinigung holen.

In diesem Sinne, früher war alles...geilomat...und heute ist ja bald auch schon wieder damals.

 

Liebste Grüße,

Euer Ostermann