Eigentlich wollten wir nur gucken. Er war der Schüchternste, Dünnste und schleckte ganz vorsichtig über unsere Hände. Meine Frau, die Kids und ich waren uns sofort einig, dass wir ihn mit nach Hause nehmen werden. Die Rede ist von einem kleinen Mischlingshund, der aussieht wie ein Mini-Bernhardiner. Dieses tapsige Wollknäuel begrüßt mich jetzt seit Wochen immer so, wie ich es mir von meiner Frau wünschen würde. Er schleckt mich überall ab und beißt mir zärtlich in die Ohren. Mittlerweile gehört er fest zur Familie.

Die Katze, die wir jetzt noch dazubekommen haben, begrüßt mich nicht ganz so euphorisch. Sie weist mich eher darauf hin, dass ihre Nahrungsquelle bald versiegen könnte. Sie zeigt mir außerdem auf ihre Art, dass unser neues Sofa dran glauben könnte, falls ich ihren Forderungen nach mehr Futter nicht schnellstens nachkomme. Das erste Aufeinandertreffen zwischen Hund und Katze war daher auch unmissverständlich. Unsere Katze hat ihm direkt gezeigt, wer der Boss ist, und die Fronten waren geklärt. Wenn Corona nicht gewesen wäre, hätte ich bestimmt niemals so einem Streichelzoo zugestimmt.

Bestimmt hätte ich gesagt, dass das zu viel Verantwortung sei oder man nicht mehr so problemlos in den Urlaub könne. Jetzt ist es wie Urlaub, wenn ich nach Hause komme, und die Probleme, die die Pandemie mit sich bringt, werden zu Hause einfach weggestreichelt. Ich wünsche allen Frauchen und Herrchen in Baden-Württemberg und allen, die es noch werden wollen, ein glückliches Miau und ein gesundes Wuff.

Euer Ostermann