Vielleicht setze ich mich jetzt komplett in die Nesseln, aber ich muss das einfach loswerden. Ich halte nichts davon, ständig an irgendwelche Wörter den Zusatz „innen“ anzuhängen. Für mich sind es „meine Kollegen“, nicht „meine Kolleg*innen“. Und ich sage auch „meine Freunde“ statt „meine Freund*innen“.

Bevor ihr euch jetzt darüber echauffiert, lasst es mich bitte erklären. Es steht außer Frage, dass es Frauen in unserer Gesellschaft in vielen Bereichen schwerer haben als Männer. Sie verdienen immer noch nicht dasselbe wie ihre männlichen Kollegen, und auch in Führungspositionen sieht man viel zu wenige Frauen. Ich verstehe also absolut, dass Frauen in einer immer noch von Männern dominierten Welt Gleichberechtigung einfordern und diese auch verdienen. Aber diese ganzen Missstände lösen wir meines Erachtens nicht, wenn wir an Wörter „innen“ anhängen. Das liest und spricht sich doch völlig unnatürlich.

Mein Vorschlag: Wir verweiblichen ab sofort die komplette Sprache. Da wären dann auch die Schlagzeilen in der Zeitung viel interessanter: „Die Päpstin kommt nach Deutschland“ zum Beispiel, oder „Bundeskanzlerin Scholz sagte heute im Bundestag …“ oder auch „Petrasilie schon wieder teurer“. Das wäre nicht gestelzt und obendrein noch amüsant. So, und jetzt kümmern wir uns um die Gleichberechtigung der Frauen. Aber nicht in der Sprache, sondern im normalen Leben.
 Eure Olivia Osterfrau