Könnt ihr euch noch an die Zeit erinnern, als diese zerrissenen Jeanshosen Mode waren? Die sahen aus, als wäre man beim Alb­abtrieb aus vollem Lauf in den Stacheldrahtzaun gerannt und hätte sich mit viel Mühe erst nach vier Stunden daraus wieder befreien können. Heute sind die ja wieder modern.

Ich habe auch die Zeit miterlebt, als viele Cowboystiefel getragen haben. Ich werde nie vergessen, wie stolz ich auf meine schwarzen „Billy the Kid“-Gedächtnistreter war. Kaum laufe ich mit denen aus dem Laden, rutsche ich mit der Hacke aus und liege mitten in der Fußgänger­zone vor lachenden Passanten auf dem Rücken. Wie der Juchtenkäfer, als die ersten Bäume im Stuttgarter Schlosspark gefällt wurden. 

Damals waren auch Vokuhila, Neonklamotten und die Disco mit Schwarzlicht angesagt. Oder das Arschgeweih. Das fand ich persönlich ja sehr schön – damals. Heute, 20 Jahre später, sieht es bei manchen aus wie ein zerlaufener Käse. Auch bei mir! Ja, heute lachen alle über „früher“. 
Über die Trends. Allerdings lachen die Menschen in der Zukunft genauso über uns. Wir sind die Generation mit Mädels, die ihre Augenbrauen komplett abrasiert haben, um sie sich danach wieder aufzumalen. Bei Regen merken sie dann, warum Augenbrauen eigentlich eine gute Erfindung sind und dass Edding ganz schön brennt im  Auge.
Auch wir Männer sind absolute Hipster: Im Gesicht ein riesiger Busch und in der Buchse Kahlschlag. Ja, die Zeiten ändern sich. Die Toleranz bleibt, hoffentlich.
 Euer  Ostermann