Seit Montag gelten die neuen Corona-Regeln, mit denen wir die Fallzahlen nach unten drücken wollen. Apropos unten, da haust ab sofort unser Opa. Wenn ich nun meine Kinder am Gartenzaun von Oma und Opa Richtung Eingangstür schicke, in der Oma schon erwartungsvoll wartet, muss sich Opa nach den neuen Regeln dünnemachen. Da er bei dem Wetter ja nicht stundenlang draußen rumlaufen will, gibt es nur eine Möglichkeit – Dachboden oder Keller. Auf dem Dachboden zieht es, im Keller lagert der Wein. Da fiel Opa die Entscheidung leicht.

So kann man sich die aktuelle Situation wenigstens schöntrinken. Wenn die Kinder dann weg sind, hat Oma noch mehr zu tun, mit einem wankenden und grölenden Ehemann. Spaß beiseite. Den darf man ja auch nicht verlieren bei der aktuellen Lage. Meine Familie und ich wollen natürlich auch dazu beitragen, dass die Corona-Zahlen in den Keller gehen und nicht Opa. Aber befremdlich ist die Situation dennoch. Ich möchte keineswegs mich beschweren oder urteilen, aber wenigstens Oma und Opa gleichzeitig zu sehen, sollte für unsere Kinder schon möglich sein.

Sie können ja momentan nicht mal ihre Schulfreunde treffen. Auf der anderen Seite bin ich aber auch froh, dass ich die Entscheidungen nicht treffen muss. Ich hoffe und bete aber, dass es besser wird und wir und unsere Kids bald wieder ein „normales“ Leben führen können. Man wird ja wohl noch träumen dürfen. Immerhin stirbt die Hoffnung zuletzt.

Bleibt gesund! Ich besuche jetzt erst mal Opa im Weinkeller.

Euer Ostermann