Wir waren neulich bei Freunden eingeladen, deren Tochter ein Waveboard hat. Das Teil sieht aus wie ein Skateboard – nur mit zwei Rollen. Die Kleine hat das ziemlich gut gemacht. Man muss das Gleichgewicht halten können und außerdem irgendwie mit dem Hinterrad wackeln, damit es rollt. Meine Frau fand das Ding cool und wollte es auch mal ausprobieren. Ich sollte sie festhalten, während sie versuchte, diese Höllenmaschine mit eingebautem Krankenhausaufenthalt zu reiten. Es ging gut, weil ich sie gehalten habe. Daraufhin bot die Tochter meiner Frau an, das Waveboard ruhig mit nach Hause zu nehmen und in Ruhe auszuprobieren. Ich habe mich schon als alleinerziehenden Vater gesehen. Das konnte niemals gut gehen. Schon am nächsten Tag war es so weit.

Meine Frau schaffte es, auf diesem Teil ein kleines Stück voranzukommen. Ich schaute dabei einmal kurz weg, da flog sie schon an mir vorbei und klatschte neben mir auf den Boden. Ich wählte gedanklich schon die 112, als sie aufsprang und sagte: „Nichts passiert!“ Und weiter ging es. Sie fuhr wieder ein Stück, blieb aber mit den Reifen an einem Stein hängen. Wieder flog sie eleganter als ein Pelikan durch die Lüfte. Nur die Landung war eher wie beim ersten Mal. Das Ende vom Lied: Jede Menge blaue Flecken und eine glückliche Frau, die mittlerweile super Waveboard fahren kann. Das motiviert mich. Ich werde auch etwas ausprobieren, was ich noch nie vorher gemacht habe – etwas für echte Kerle. Ich weiß, ich kann es schaffen: Meerjungfrauen-Schwimmen.

Euer Ostermann