Ich war vor zwei Wochen ein paar Tage auf meiner Lieblings-Nordseeinsel Wangerooge und habe diese wunderschöne, knapp acht Quadratkilometer große Insel umrundet. Besonders schön ist es im Osten, da man dort mit der Natur fast allein ist. Man steht quasi zwischen Dünen, Strand und Meer. Vor allem kann man dort richtig abschalten und zur Ruhe kommen.

Als ich auf der zum Wattenmeer liegenden Seite der Insel war, fiel mir auf, dass dort massenhaft Scherben am naturbelassenen Strand lagen. Ich dachte mir: „Mensch, da müsste man einen Scherben-Sammeltag mit allen Touristen veranstalten, dann wäre das Problem beseitigt!“ Ich wusste, dass das Utopie war, und mein innerer Schweinehund sagte mir: „Fang selbst an… JETZT!“

Also schnappte ich mir eine Kiste, die wahrscheinlich von einem Kutter ins Meer gefallen und an Land gespült worden war, und sammelte los. Scherbe für Scherbe, drei Stunden lang. Am Ende waren es geschätzt fast zehn Kilo Glas. Irgendwann tat mir der Rücken weh, und ich hatte keine Lust mehr. Beeindruckt hat mich dabei, dass viele Besucher der Insel beim Spazierengehen anhielten und mit sammelten. Das hätten sie sicher nicht getan, wenn ich nicht damit angefangen hätte.

So habe ich sehr nette Menschen kennengelernt und andere animiert, etwas Gutes für sich und die Umwelt zu tun.

Das nehme ich mir auch für die Zukunft vor: Nicht lange fackeln, handeln! Man selbst kann eine Menge verändern, wenn man nur will.

Bei der Wäsche und der Spülmaschine zu Hause klappt das leider noch nicht optimal, sagt meine Frau.

Schönes Wochen­ende, Euer Ostermann