Wenn ihr mal meine Heimatstadt Tübingen besuchen wollt, dann macht das doch samstags, da kostet das Busfahren nichts. Ich war neulich auch wieder unterwegs und durfte feststellen, dass die Busse in Tübingen zaubern können. Denn kaum steige ich vorne in den Ziehharmonika-Bus ein, schließt sich die Tür und der Zauberer, äh Busfahrer, beschleunigt, als wolle er ein Formel-1-Rennen gewinnen. Das wiederum katapultiert mich innerhalb von nicht mal einer Sekunde von ganz vorne bis auf die Bank ganz hinten im Bus. Und auf dem Weg dorthin habe ich 27 neue Bekanntschaften gemacht: Fünf Schultern, sieben Oberschenkel, zwölf Nasen und drei Weichteile habe ich unfreiwillig berührt auf meinem Flug nach hinten.


An Tagen, wo das Busfahren nicht umsonst ist, passieren im Übrigen auch Dinge, die man so noch nicht gesehen hat. Denn dann muss man ja am Fahrkartenautomat im Bus ein Ticket lösen. Eine ältere Dame steigt ein, geht zum Automaten, wirft Geld ein – und Lewis Hamilton am Steuer tritt das Gaspedal gefühlt wieder ganz durch. Ich habe noch nie eine Dame über 60 gesehen, die den Flickflack so graziös beherrscht. Es gibt aber auch Menschen, die des Busfahrens mächtig sind, da sie dies wohl öfter tun. Sie halten sich schon beim Einsteigen an den Stangen fest. Und beim Raketenstart von null auf hundert hangeln sie sich durch den Bus wie die Gorillas in der Wilhelma.
Liebe Busfahrer (ich wollte übrigens immer einer werden), wir sind nicht auf der Flucht! Wir wollen nur von A nach B kommen! Nur so zur Info.

In diesem Sinne: bis später und schönes Wochenende!  
 Euer  Ostermann