Ich werde Ende des Monats fünfzig Jahre alt! Graue Haare habe ich zwar schon, aber noch ist das Haar voll. Mir wachsen auch noch keine Haare aus der Nase oder den Ohren. Und beim Niesen nässe ich mich auch noch nicht ein. Kurz gesagt: Fünfzig ist kein Alter!

Wenn ich allerdings zurückdenke an all die Dinge, die es vor nicht allzu langer Zeit noch gab, dann fühle ich mich doch uralt. Könnt ihr euch an die Zeit erinnern, als wir noch mindestens zwanzig Pfennig brauchten, um zu telefonieren? Oder an die Zeit, als gegen Mitternacht im Fernsehen nur noch ein Testbild zu sehen war? Als wir, mit einem Bleistift bewaffnet, den Bandsalat einer Kassette (meistens) wieder in den Griff bekamen? Oder als wir die Schallplatte umdrehen mussten, um die B-Seite hören zu können? Damals gab es auch noch diesen Kunststoffpuck, den man in eine Single klemmen musste, damit man sie auf dem Plattenteller abspielen konnte. Wenn wir am Computer saßen, haben wir früher zudem noch sehr oft feststellen müssen, dass doch nicht alles auf eine Diskette passt. Und los ging die Suche nach zwei bis drei weiteren Disketten, um wirklich alles speichern zu können.

Meine Kinder kennen von alldem nichts mehr. Und sie würden wohl auch nicht verstehen, wie wir damals gelebt haben. Nichtsdestotrotz fühle ich mich noch genauso jung wie in der von mir beschriebenen Zeit. So, ich muss los, mein Schulterpolstersakko aus der Reinigung abholen! In diesem Sinne: Früher war alles ... einfach super! Und „heute“ ist ja bald auch schon wieder „damals“.
Liebste Grüße,    
 Euer Ostermann