Corona durchkreuzte die 2020-Tourpläne des Stuttgarter Musikproduzenten.

 

Lange Zeit hat er überlegt, diesen Schritt zu gehen. Sich als Künstler selbstständig zu machen. „Die Gesellschaft sagt einem: Es ist nicht der richtige Weg.“ Aber Brian Zajak hat sich getraut. Unter dem Namen Fejká produziert der 24-Jährige Stuttgarter elektronische Musik und lebt seinen Traum. Über 270.000 monatliche Hörer verzeichnet er auf Spotify, im vergangenen Jahr hat er beim renommierten Label „Ki Records“ sein erstes Album veröffentlicht. Hätte Corona ihm nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht, wäre er dieses Jahr als Vor-Act von DJ und Musikproduzent Christian Löffler durch ganz Europa getourt.

Die Tour wurde auf September verschoben. Zajaks Liebe zur Musik entwickelte sich früh: Mit 15 fing er an, Elektro zu hören. „Als Jugendlicher habe ich plötzlich erkannt, dass es auch andere Musik gibt als die, die man in den Charts hört“, sagt er. Mit 17 entdeckte er das Produzieren für sich und blieb kontinuierlich dabei. Mit 19 veröffentlichte er seinen ersten Song, mit 21 fing er an, in Stuttgarter Clubs aufzulegen. Nach seinem Studium der audiovisuellen Medien an der Hochschule der Medien Stuttgart entschied er sich schließlich für eine Karriere als Musiker. „Klar muss man sich überlegen: Will ich in zehn Jahren noch so leben wir heute? Aber anstatt alles immer nur im Kopf durchzuspielen, sollte man auch einfach mal was ausprobieren“, meint er. Zajak ist in Stuttgart kein Newcomer mehr, sein nächstes Etappenziel lautet Europa. Im vergangenen Jahr hat er Konzerte in Paris, Kiew, Berlin und Cesme gegeben.

Seinen Musikstil beschreibt er als „atmosphärischen Deep House“ – wobei er betont, kein Fan von Genres zu sein. In der Szene wird er für seinen reifen Sound geschätzt, der als „Kombination aus melancholischem Elektro-Pop und treibendem Techno“ beschrieben wird. „Meine Musik ist sehr assoziativ und spricht das Unterbewusstsein an.“ Am kreativen Arbeiten fasziniere ihn vor allem, dass man „aus dem Nichts etwas erschaffen kann, was einen glücklich macht und was Emotionen hervorruft.“ Es sei „wie auf ein leeres Blatt Papier zeichnen – ein Prozess, der sich entwickelt – freier, als man vielleicht denkt.“ An einem Song tüftelt er 50 bis 100 Stunden. Dabei nutzt er eine Software, um Musik und Klänge zu programmieren. Seine Musik ist melodisch und meist ohne Gesang. Er hat aber auch schon mit Sängern zusammengearbeitet. Gemeinsam mit einer Freundin, der Singer-Songwriterin Marie Angerer, hat er vier Lieder aufgenommen. Auf die Frage, was sein Künstlername Fejká bedeutet, antwortet er lachend: „Es hat keine feste Bedeutung. Der Name hat mir einfach gut gefallen.“