Die 21-jährige Stuttgarter Studentin engagiert sich für den Verein „NePals“.

 

 

Raus aus Stuttgart in die Welt, um ebendiese zu retten. Dazu hat sich auch Luisa Hiller aus dem Stuttgarter Osten aufgemacht. 2018 hat die 21-jährige Stuttgarterin am Heidehofgymnasium ihr Abitur gebaut. Durch das dortige Projekt mit einer Partnerschule in Togo kam Luisa Hiller sehr früh mit Entwicklungsarbeit in Kontakt (siehe Bild). „Ich habe mich immer mehr für die Themen soziale Gerechtigkeit und Entwicklungsarbeit interessiert. Nach meinem Abschluss bin ich dann mit einer Freundin für drei Monate nach Togo gereist und wir haben die Schule und vor allem das Land und die Kultur vor Ort kennengelernt“, erzählt sie. Ab diesem Zeitpunkt war für sie klar: „Ich möchte mich auch in meinem weiteren Leben mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen.“ Sie entschied sich für ein Studium der Soziologie, Politik und Wirtschaft an der Zeppelinuniversität in Friedrichshafen.

Dort ist sie sehr schnell auf NePals e. V. gestoßen. Die Projekte der Initiative und ihre motivierten Mitstreiter an der Uni haben sie sofort begeistert. Der Verein treibt einige Projekte in Nepal voran: Ein Recyclingprojekt möchte dem riesigen Müllproblem in Nepal entgegenwirken. Ziel ist, in Nepal das Plastik, welches sonst auf der Straße liegt, direkt in den Straßenbau einzubinden. Momentan wird eine Pilot-Plastikstraße in Österreich gebaut. Auch das Menstruationsprojekt des Vereins liegt Luisa Hiller am Herzen. Frauen in Nepal werden dafür diskriminiert, dürfen während der Menstruation nicht in der Wohnung schlafen und nicht am Tisch essen. „Wir wollen und können nicht das traditionelle Denken der Nepalesen ändern, aber wir können den Frauen dort die Situation vereinfachen. Dafür haben wir Binden aus Bananen­fasern entwickelt. Binden und allgemein Hygiene­artikel sind nämlich in vielen Teilen Nepals auch Mangelware“, erklärt Luisa Hiller den Lösungs­ansatz.

Beim Bildungsprojekt begleitet und finanziert der Verein als typisches Patenprojekt Schüler durch ihre gesamte Ausbildung von der Grundschule bis zum Studium. Im Wasserprojekt schließlich werden Filter in Nepal gebaut, die das Grundwasser reinigen, das dann sehr günstig von im Verein angestellten Nepalesen in ihrem Dorf verkauft wird. „Ziel unserer Projekte ist, dass sie alle irgendwann ohne unsere Hilfe weiterlaufen können“, so Hiller. „Die Projekte sowie die ganze Organisation liegen mir sehr am Herzen. Man lernt die andere Kultur und die Menschen besser kennen, was gerade in Corona-Zeiten, in denen man nicht verreisen kann, sehr wertvoll ist“, findet sie.

Momentan arbeitet Luisa Hiller im Marketing-Team des Vereins und betreut dort den Social-Media-Auftritt. Über Videocalls bespricht sie sich mit den Leuten vor Ort. „Auch in meinem späteren Werdegang möchte ich mich weiterhin auf PR und Öffentlichkeitsarbeit oder Marketing konzentrieren“, verrät sie. Natürlich mache die aktuelle Situation die Vereinsarbeit deutlich schwerer. „Aber auch das Leben in Nepal ist momentan deutlich schlechter. Auch hierbei wollen wir helfen und den Menschen dort mit Spenden oder einfach nur positiven Gedanken das Leben etwas einfacher machen. „Wir sind bei NePals e. V. eine kleine Familie und sind der Meinung, ,huma­nity can do better‘. Wir machen dafür den ersten Schritt und hoffen, dass viele andere uns folgen.“ (Mehr Infos zu Spenden unter www.nepals.net)