Kreativ-veganer Lifestyle: Der Künstler ist PETAs „Person des Jahres“ 2020.

 

 

Kreativer Kopf und konsequent veganer Lifestyle: Mit kontrastreichen Gold- und Sand-Kunstwerken, architektonisch oder organisch inspiriert, und ihren spektakulären Enthüllungen auf Social Media hat sich der Stuttgarter Ausnahmekünstler Tim Bengel – im Bild mit einer Maiskrone dekoriert – weltweit einen Namen gemacht. Doch der Schöpfungsreichtum des 29-Jährigen, der 1991 in Stuttgart geboren wurde und in Esslingen-Berkheim lebt, konzentriert sich nicht allein auf die schönen Künste. So entstehen in seinem Berkheimer Atelier auch schon mal Entwürfe für vegane Sneaker und Taschen aus Ananasleder. Getreu dem Motto: Was es nicht vegan gibt, wird vegan gemacht. Jetzt verleiht die Tierrechtsorganisation Tim Bengel den Titel PETAs „Person des Jahres“ 2020 wegen seines Einsatzes für Tierrechte.

Mit zehn Jahren war Tim Bengel mit seiner Mutter das erste Mal in der Staatsgalerie. Dort fragte er sich, was denn abstrakte Gemälde eigentlich mit Kunst zu tun haben. Heute ist er selbst Künstler, stellt immer noch gerne Fragen wie sein künstlerisches Vorbild Marcel Duchamp – und malt mit Sand. Tim war in der Schule unterfordert. Sein Ausgleich war das Zeichnen. Ein Glück, dass ein Kunstwettbewerb in seinem Gymnasium in Nürtingen ausgeschrieben wurde. Mit einer selbst geklebten Landkarte aus Geldmünzen gewann er und seine erste Ausstellung gewann er gleich mit: in der Kreissparkasse Nürtingen.

„Nach dem Abi bin ich ein bisschen herumgetingelt, habe eine Mode­design-Ausbildung und ein Managementstudium begonnen. Mir war aber immer klar, dass das nicht das ist, was ich eigentlich machen will“, erzählt Bengel. Also ging er der Kunst nach und studierte in Tübingen Kunstgeschichte und Philosophie. „Mein großer Traum ist, dass wir irgendwann auf dieser Welt eine große Familie mitfühlender Lebewesen sind“, so Künstler Tim Bengel. „Speziesismus muss endlich überwunden werden – wir sind alle gleich, haben alle Gefühle. Da mache ich keine Unterschiede!“ Als Bengel vor ein paar Jahren seine Bilder in der Kreissparkasse Esslingen zeigte, standen die Leute mehrere Häuserblocks lang Schlange, um ihn zu sehen, den „Musterknaben aus dem „Musterländle“, wie sogar die „Zeit“ schrieb.

Mittlerweile hängen seine Bilder unter anderem auch an den Wänden seiner Lieblingsrestaurants: in der Speiserei in Untertürkheim und im Körle&Adam in Feuerbach. In der Speiserei trinkt er gerne mal einen Kaffee oder genießt die schwäbische Küche – so weit es eben geht. Denn: Tim ist Veganer. Deshalb geht er auch sehr gerne in das vegane Restaurant Körle&Adam. Lieblingsrestaurant trifft weiteren Lieblingsort: Dort hängt nämlich der Fernsehturm, den er auf Sand gemalt hat. Denn den Fernsehturm liebt Tim Bengel sehr. Stuttgart ist für Tim vor allem eins: Heimat. Als Künstler hat man es hier aber trotzdem manchmal schwer, meint er. Die Kunstszene habe noch Potenzial nach oben. Ein Schritt in die richtige Richtung ist der Zusammenschluss von Stutt­garter Nachwuchskünstlern unter dem Namen „KUNSCHT“, der regelmäßig Ausstellungen organisiert. Auch Tim ist Mitglied.

Der Sandkünstler bezeichnet sich selbst als holistisch. Ob zu Hause oder auf Reisen – er lebt seinen ganzheitlichen Lebensstil aus und achtet stets auf vegane und nachhaltig produzierte Kleidung und Dinge des Alltags. Anders sein, alte Gepflogenheiten neu denken, das zeigt sich nicht nur in den innovativen Werken des Künstlers, sondern auch in seiner Ernährung: „Gemüse ist geil und so ein kreatives Feld! Es gibt zum Beispiel unzählige Möglichkeiten, Rote Bete zu kochen, nie langweilig, immer lecker.“ Vor diesem Hintergrund entwickelte Tim Bengel gemeinsam mit dem Ex-Torhüter und PETA-Unterstützer Timo Hildebrand das Konzept für ein veganes Restaurant in Stuttgart. Er lebt und arbeitet in Stuttgart, Esslingen und Berlin.

Seiner ersten Einzelausstellung in New York 2017 folgten weitere Ausstellungen in renommierten Galerien und Institutionen auf der ganzen Welt. Mit großformatigen Werken aus schwarz-weißem Sand und Gold gelang Bengel der Durchbruch. Die sensationelle Kunstinstallation „Flower Skull Cemetery“ aus dem Jahr 2019 in Berlin sorgte international für Aufsehen. Ein Marmorgrabstein in dieser Installation war den Tieren gewidmet. So inte­griert Tim Bengel auch hier die Ausbeutung von Tieren in seine Kunst. „Die Intension hinter meinen Werken ist es, etwas Einzigartiges zu erschaffen.“ In seinen Youtube-Videos gewährt Bengel kurze Einblicke in seine Technik und schafft somit eine internettaugliche Präsentation der Kunst und eine zeitgemäße Form der Kunstvermittlung. Seine Kunst, bestimmt durch Innovation, Ästhetik und Klarheit, birgt das Potenzial, die Kunstwelt nachhaltig zu verändern. Mit einer medialen Reichweite von über 400 Millionen Menschen gilt Tim Bengel als einer der bekanntesten Künstler seiner Generation.