Das neue Buch des Sillenbuchers heißt „Daheim im Stuttgarter Osten“.

 

 

„Daheim im Stuttgarter Osten – ein schwäbisches Urgestein erzählt“, so heißt Wolfgang Joachim Müllers neuestes Buch. „Der Titel besagt, dass ich mich in Ostheim zu Hause fühle. Die Geschichten handeln aber nicht nur im Stuttgarter Osten, sondern auch in anderen Stadtteilen und bisweilen darüber hinaus“, so Müller. Wolfgang Joachim Müller ist ein schwäbisches, ein Stuttgarter Urgestein. Geboren wurde er am 19. Juli 1942 in Stuttgart, aufgewachsen ist er in der Uhlbergstraße in der Nähe des Ostendplatzes und später im Albuchweg unterhalb der Uhlands­höhe. Er besuchte die Ostheimer Grundschule und das Wagenburg-Gymnasium. Nach seinem Pädagogikstudium arbeitete er 42 Jahre lang als Grundschullehrer an verschiedenen Schulen in Württemberg und fünf Jahre an der Deutschen Schule in Barranquilla/Kolumbien. Müller ist seit 1972 verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkel.

Seit 1984 wohnen die Müllers in Sillenbuch – „viele Nachbarn kennen mich“, sagt er schmunzelnd. Und hier in Sillenbuch findet er es naturgemäß am schönsten in Stuttgart. „Meine „Paradestrecke“ ist der „Kanonenweg“ bei der Waldorfschule“, damit verbindet er viele Jugenderinnerungen, erzählt er. Und wie wurde Wolfgang Müller zum Autor? „Ich habe über 160 Länder in eigener Regie besucht, halte Vorträge, erzähle von meinen Erlebnissen und wurde oft gefragt, warum ich kein Buch schreibe. Da mir meine Heimatstadt Stuttgart wichtiger war als alle anderen Ziele auf der Welt, fasste ich meine Jugenderinnerungen in der Erzählung ‚Ameisenberg‘ zusammen. Später folgte der Roman ‚Jana‘. Und jetzt veröffentlichte ich den Erzählband ‚Daheim im Stuttgarter Osten‘.“ Die Geschichten in seinem neuen Buch spielen zum großen Teil zwischen Ostendplatz und Uhlands­höhe.

Der schwäbische Autor erinnert sich darin an besondere Begebenheiten aus seinem Leben im Stuttgarter Osten. Er erzählt, wie er sich in der Kindheit vor dem Nikolaus fürchtete und Tiere seine liebsten Spielkameraden wurden. Eine kleine Liebesgeschichte gibt im Buch Einblicke in das Seelenleben eines Jugendlichen. Als Aushilfsschaffner bei der Straßenbahn erfährt er hautnah die Verhältnisse im öffentlichen Nahverkehr der 60er Jahre. Müller erzählt, wie es dazu kam: „In den 60er Jahren war es üblich, dass Studenten in den Semesterferien arbeiteten. Wilhelm Speh, Direktor bei der SSB und wie ich Mitglied beim Tennisclub Ameisenberg, vermittelte mir diesen abwechslungsreichen, hochinteressanten Ferienjob.“ Aufgrund des herrschenden Lehrermangels wurde ihm nach Abschluss des Abiturs vom Arbeitsamt empfohlen, Lehrer zu werden. „Im Laufe meiner Berufstätigkeit begriff ich erst, die richtige Wahl getroffen zu haben.“

Mit Humor erzählt der Autor von seinen Erlebnissen im Familienkreis und mit den Kameraden vom Tennisclub Ameisenberg, in dem er seit 1952 Mitglied ist. Fünf Jahre lang hat er in Bad Cannstatt an der Carl-Benz-Schule auf dem Hallschlag gearbeitet. In Degerloch und anderen Stadtteilen hat er viele Bekannte durch den regelmäßigen Besuch von Besenwirtschaften. in Plieningen war er über 20 Jahre lang an der Körschtalschule als Lehrer und Chor­leiter tätig. „Viele meiner ehemaligen Schüler und deren Eltern werden sich bestimmt an mich erinnern“, ist er sich sicher. Der Lehrerberuf hat ihn sehr geprägt: „Es ist ein Privileg, Kinder und Jugendliche zu unterrichten und zu erziehen. Meine wichtigste Erfahrung: Heranwachsende sollte man immer wohlwollend behandeln, sie nie herab­setzen oder unterdrücken. Mit meinen Schülern gab es ganz selten ernsthafte Probleme, wohl aber mit einer verschwindend kleinen Minderheit von Eltern, die einem Lehrer das Leben schwer machen können.“

Darüber hat er auch im neuen Buch in der Erzählung „Der Elternabend“ geschrieben: „Meine Erfahrung daraus: Kein Mensch kann es allen recht machen.“ Seine Hobbys sind das Wandern und das Reisen, die Gartenarbeit, das Musizieren auf dem Akkordeon und dem kolumbia­nischen Zupfinstrument Tiple. Am meisten Zeit jedoch verbringt Müller mit dem Schreiben von Erzählungen und Romanen. Regelmäßig hält er Lesungen mit Livemusik. Nach dem Ende der Corona-Epidemie soll es damit schnell wieder losgehen, wünscht er sich.

 

 

Das Buch kann per E-Mail direkt beim Verlag unter info@joyedition.de oder mit ISBN 978-3-948842-01-7 im Buchhandel für 13,80 Euro bestellt werden.