Die Stuttgarter Buchwochen finden nicht im Haus der Wirtschaft statt, dafür aber online: Digital-Angebot gibt Ausblick, was in diesem Herbst lesenswert ist.

 

 

Auch das beste Online-Programm einer Messe ist letztendlich leider nur ein Ersatz für eine Präsenz­-Veranstaltung. Mit der Vielfalt, die eigentlich vorgesehen war, kann kaum ein digitales Format mithalten. Trotzdem muss man sagen: besser als gar nichts. So hat es der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Baden-Württemberg auch gesehen: Die Stuttgarter Buchwochen sind seit vergangener Woche bereits online. Liebevoll gemacht ist die digitale Lobby. „Allein hätten wir das nicht geschafft“, sagt Reinhilde Rösch, Geschäftsführerin des Börsenvereins Baden-württemberg. Das Verlags-, Versand- und Buchhan­dels­unternehmen Weltbild hat als Sponsor die Firma Also ins Spiel gebracht. „Im September hatten wir den Online-Auftritt als ein zusätzliches Angebot auch unseren teilnehmenden Verlagen vorgeschlagen.“

Als Ende Oktober klar war, dass die Messe nicht wie gewohnt im Haus der Wirtschaft stattfinden kann, musste alles ganz schnell gehen. Doch der Börsenverein hat es mit seinem kleinen Team möglich gemacht, dass einige Lesungen tatsächlich live möglich sind. „So können wir doch den Besuchern die Möglichkeit bieten, Fragen an die Autoren zu stellen.“ Nach der Lesung steht die Aufzeichnung auf Abruf für jeden einsichtbar online. Was die Stuttgarter Buchwochen im Normalbetrieb ausmacht, sind auch die zahlreichen Kinder- und Jugendangebote. „In diesem Jahr ist es umgekehrt: Die Autoren und Autorinnen gehen in die Schulen.“

Vier Schulen haben sich gemeldet, die die Autoren besuchen. Die Navigation im Online-Auftritt ist für die Nutzer nicht schwer: Klickt man auf das „Highlight des Tages“, sieht man ein Video – an diesem Montag war das der Kinder- und Jugendbuchautor Fritz Fassbinder, der aus „Rocky, der Bankraub und ich“ vorgelesen hat. Geht man auf den Button „Für Augen und Ohren“, dann öffnet sich eine Übersicht zu rund 250 Trailern, Hörproben, Lesungen oder Podcasts, die der Börsenverein online gestellt hat. Hier werden Robert-Habeck-Fans genauso bedient wie die Anhänger des Toten-Hosen-Sängers Campino. Philosophen und Autoren setzen sich mit dem Istzustand der Covid-19-Pandemie oder deren Folgen auseinander.

Christoph Maria Herbst macht Lust auf das Hörbuch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ von Michael Ende. Volker Kutschers neuer Gereon-Rath-Krimi „Olympia“ wird vorgestellt. Ebenfalls nicht verzichten muss man auf die weiteren „Specials“ der Buchwochen: Unter dem Motto „Badenia und Württembergica“ werden Romane, Ratgeber und Sachbücher aus dem Land zusammengefasst. In weiteren Rubriken werden herausragende Bücher, die für den Deutschen Buchpreis nominiert waren oder Empfehlungen der SWR-Bestenliste präsentiert.

 

 

Prominente mit Live-Lesung

Heinrich Steinfest (20. November) und Anna Katharina Hahn (27. November) lesen live ab 19.30 Uhr. Die Zuschauer können im Anschluss auch Fragen stellen. Außerdem darf man sich auf den „Bücherherbst“ mit Christel Freitag und Wolfgang Niess freuen (26. November). Alle Angebote unter www.buchwochen.de.