Selbst produzieren und anschließend Papier-Kunst-Objekte zum Leuchten bringen: Künstlerin Marianne Pape richtet drei Workshops bis 11. September im Hinterhof des Gedok-Hauses aus.

 

 

Die menschliche Figur als Träger von mobilen, tragbaren Licht- und Leuchtobjekten aus unterschiedlichsten Materialien, die mit ihnen „verwächst“ und sich auf eine neue künstlerische Ebene transformiert: Der Hinterhof der Gedok, Hölderlinstraße 17, wird im Rahmen der Veranstaltung „Gedok Luminary Backyard_21_Der paradiesische Raum der Dinge“ vom 3. bis 11. September ein Ort eines Experiments, eines spielerischen Dialogs – aber auch der Begegnung, der Farben und Lichter. Die Stuttgarter Künstlerin Marianne Pape ist hier – wie bereits im Jahr 2020 – am Werk mit drei Workshops, um gemeinsam mit Interessierten Papier-Kunst-Licht-Objekte entstehen zu lassen. „Das Motto dieses Jahr lautet ‚Vielfalt‘ und auch kurzfristige Anmeldungen sind noch willkommen. Es ist ein Projekt für Menschen jeden Alters, die Arbeitszeit im Workshopzeitraum kann man sich zudem frei einteilen – täglich von 10 bis 18 Uhr“, sagt Marianne Pape, die die Workshops gemeinsam mit ihrem 32-jährigen Sohn Paul Pape, der ebenfalls Künstler ist, ausrichtet. „Dabei sollen Papier-Kunst-Objekte kreiert werden, um diese im Anschluss mit LED-Lichtern zu versehen, damit wundersame Lichtinstallationen entstehen.“

Aber das sei nicht alles, denn die Teilnehmenden selbst sollen zum Leuchtobjekt werden: „Die Kreationen sollen nicht nur getragen werden wie eine Laterne, sondern der Mensch selbst solle durch das Tragen der Objekte eine Transformation erleben: sich verwandeln, bewegen, leuchten, scheinen“, erklärt Marianne Pape, die ein Atelier in Stuttgart-Wangen besitzt und an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart studiert hat. Wichtig ist der Künstlerin, den Schwerpunkt auf Gemeinschaftsarbeiten zu legen, sich gegenseitig in diesem spielerischen Experiment zu bestärken, Material zu erkunden, Formen zu spannen – ob verklebt, verwoben, verleimt mit Draht, Papier, Stoff. „Es geht um das dialogische Spiel mit der Form und dem darin ‚eingenisteten‘ Licht. Die Workshops sind eine tolle Möglichkeit, die Macht der Fantasie zu erkunden und ihr eine Chance zu geben, aber auch um das Licht in uns zu finden“, meint die Künstlerin, die in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Agentur Milla & Partner künstlerische Konzepte für den deutschen Pavillon auf den Weltausstellungen in Lissabon1998, Schanghai 2010 und Mailand 2015 entwickelte.

„In unsicheren, beunruhigenden Zeiten ist es wichtig, die eigenen Stärken zu entwickeln, etwas zu riskieren und die Kraft in sich selbst zu finden, um dadurch Lösungen zu finden oder gar neue Wege zu betreten.“ Die Workshops gleichen dabei quasi einer Entdeckungsreise in das Vertrauen mit den eigenen Händen und der eigenen kreativen Schöpfungskraft schöne, spannende Objekte zu schaffen. „Das Erstaunliche an solchen Aktionen ist, dass man auch selbst davon lernt und profitiert.“

Um die entstandene Kunst auch für andere Menschen sichtbar zu machen, wird eine kleine Parade mit Musik zum Abschluss der Workshops am 11. September, wenn die Dämmerung eintritt, stattfinden. Schauplatz wird die Staffel von der Seidenstraße zur Hölderlinstraße sein. Marianne Papes Traum: „Es wäre schön, wenn sich das Projekt zu einem wiederkehrenden Stadtteil-Format etabliert, dass die Menschen aus der Umgebung zusammenbringt“, sagt die Künstlerin.

 

 

Die Workshos: Die drei zeitgleich laufende, aber unterschiedliche Workshops im Rahmen der Veranstaltung „Gedok Luminary Backyard_21_Der paradiesische Raum der Dinge“ werden vom 3. bis 11. September im Hinterhof des Gedok-Hauses, Hölderlinstraße 17, ausgerichtet. Kurzfristige Anmeldungen sind möglich, Nachzügler sind willkommen. Mehr Infos finden sich online unter www.gedok-stuttgart.de und zur Künstlerin Marianne Pape online unter www.mariannepape.com, Instagram: pape.marianne