Noch immer kämpfen die Bezirksbeiräte in Sillenbuch vergebens gegen den Schleichverkehr durch den Hohlweg.

 

 

Das Thema bewegt die Bürger von Sillenbuch schon seit geraumer Zeit. Seit drei Jahren versuchen die Bezirksbeiräte den Schleichverkehr durch den schmalen Hohlweg auszubremsen. Nun hat die Stadt einen neuen Vorschlag unterbreitet, der die Fahrten auf unerlaubten Wegen künftig verhindern soll. Allerdings weckt der bei den Betroffenen wenig Freude. Denn die Umsetzung dauert lange dauert und kostet zudem eine Menge Geld. Im Mai 2017 schien es schon beschlossene Sache, dass der Schleichweg zwischen der Tuttlinger Straße in Alt-Sillenbuch und der Sillenbucher Straße in Rohracker dicht gemacht wird. Doch dann stellte sich heraus, dass die Kleingärtner ein großes Problem bekommen. Wird der Hohlweg am oberen Ende versperrt, etwa auf Höhe der Tuttlinger Straße 150, können sie zwar über einen Seitenweg in das Gebiet einfahren, in dem sie ihre Grundstücke haben.

Erst einmal drin, ist das Herauskommen allerdings schwer, weil es kaum Möglichkeit gibt, zu wenden. Vor allem, wenn die Gartenbesitzer mit Anhängern unterwegs sind. Stadtplaner Andreas Hemmrich schlägt vor, die Poller, die schon öfter im Gespräch waren, um ein paar Meter in Richtung Sillenbuch zu verschieben. Damit bleibe der Weg frei, um aus Rohracker kommend, noch vor den Sperren nach links in einen Feldweg abzubiegen und in der Tuttlinger Straße herauszukommen. Allerdings müssten, um erst einmal in den Feldweg einfahren zu können, eine Böschung abgestützt, die Fahrbahn in der Höhe angeglichen und zudem verbreitert werden. Wegen der benachbarten Trockenmauern und dem Landschaftsschutzgebiet, braucht es außerdem ein umfangreiches Artenschutzgutachten.

Mit Kosten von mindestens 100  000 Euro, um den beliebten Schleichwegs zu sperren, kalkuliert die Verwaltung und will das Geld in den Doppelhaushalt 2022/23 einstellen. Nicht nur der Preis missfällt den Bezirksbeiräten. Dass der Hohlweg noch für mindestens weitere zwei Jahre für alle offen steht, die den Verkehr auf der Hedelfinger Filderauffahrt und der Kirchheimer Straße umfahren wollen, rief Unmut in den Reihen hervor. Fraktionsübergreifend wollen die Bürgervertreter eine Lösung, die sich schneller umsetzen lässt und weniger kostet. „Damit liegt das Thema weiter auf Eis. Es soll aber im Herbst noch einmal auf die Tagesordnung kommen“, erklärte der stellvertretende Bezirksvorsteher Hans Peter Klein.

 

 

Alternative

Dieter Grötzinger von den Grünen hat dem Stadtplaner aus dem Rathaus eine neue Variante mit auf den Weg gegeben, bei der trotz Sperrung des Hohlwegs, alle Gartengrundstücke zu erreichen wären. „Es ist allerdings mit Einschränkungen verbunden. Man muss Umwege in Kauf nehmen und auch mal um die spitz zulaufenden Kurven rangieren.“ Stücklesbesitzer könnten sich gegen die erschwerten Zufahrten wehren. Doch wenn es um die Bequemlichkeit von Gartenbesitzer auf der einen Seite und um die Sicherheit von Kindern auf der anderen Seite gehe, denn in dem Gebiet lebten viele Familien, falle ihm die Entscheidung leicht, erklärte der Bezirksbeirat. „Es wäre sinnvoll, einfach mal einen Versuch zu starten.“