Stuttgarts Oberbürgermeister sucht den Dialog: Frank Nopper ist zu Bürgergesprächen in vier Stadtbezirke gekommen.

 

 

Die Bürger in Weilimdorf bewegen Verkehrsthemen und die Entwicklung des Gebiets westlich der Solitudestraße. In Bad Cannstatt häufen sich die Beschwerden über Dreck und Graffiti. In der vergangenen Woche hat Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper vier Stadtbezirke besucht, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. „Es ist mir wichtig, in regelmäßigen Abständen mit den Bürgerinnen und Bürgern direkt zu sprechen. Auf diese Art und Weise erfährt der OB auch, was die Menschen bewegt“, sagte Nopper.

Bei der großen Sommertour im vergangenen Jahr besuchte der Rathaus-Chef von Anfang August bis Mitte September alle 23 Bezirke der Landeshauptstadt und mischte sich dabei – coronakonform – auch unter die Menschen auf der Straße. Die Bürgergespräche in Möhringen, Weilimdorf, Bad Cannstatt und in der Stadtmitte waren intimer. Jeweils zwei Stunden stand Oberbürgermeister Nopper in jedem Stadtbezirk – und im Beisein der jeweiligen Bezirksvorsteherinnen und Bezirksvorsteher – für Einzelgespräche bereit. Zwischen fünf bis acht Stuttgarter je Stadtbezirk hatten sich im Vorfeld für den Dialog mit dem OB angemeldet.

Die Anliegen waren vielfältig. Neben Verkehr, Parken und Schmutz ging es um die Stärkung von Einzelhandel und Gastronomie, um den Wunsch der Landwirte nach weniger Versiegelung und dem des Gewerbes nach Entwicklungsmöglichkeiten. Auch die medizinische Versorgung sowie mehr inklusive Angebote und Spielflächen für Klein und Groß wurden angesprochen. Private Probleme seien ebenfalls angesprochen worden, berichtete Bernd-Marcel Löffler, der Bezirksvorsteher in Bad Cannstatt. „Es ging zum Beispiel um die Suche nach einer Wohnung.“ Von Bürgern in Bad Cannstatt sei zudem die erschwerte Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr bemängelt seitdem die Rosensteinbrücke gesperrt ist. Vielleicht könne hier eine Änderung der Taktung schon Abhilfe schaffen, erklärte Bernd-Marcel Löffler. Außerdem habe es Klagen über die zunehmende Verschmutzung in den Straßen gegeben. Und damit sei nicht nur Müll gemeint, erklärte der Bezirksvorsteher. „Neuerdings stellen viele einfach alte Möbel auf die Straße, aber wenn das jeder macht, schaut es schlimm aus.“ Auch die Zunahme von Graffiti wurde angeprangert, vor allem in der Neckarvorstadt. „Nach meiner Kenntnis wird dieser Bereich wohl zum Sanierungsgebiet werden, dann wird sich da was tun“, sagte Löffler.

In Weilimdorf interessierten sich die Bürger für die Machbarkeitsstudie zum Areal westlich der Solitudestraße, auf der ein lang ersehntes Bürgerhaus gebaut werden könnte. Außerdem dreht sich so manches um einen neuen Kreisverkehr. „Es gibt schon eine Verkehrsuntersuchung, die im Oktober dem Bezirksbeirat vorgestellt werden soll“, sagte Bezirksvorsteherin Ulrike Zich. „Mit den zwei Kreiseln, die wir bereits in Weilimdorf haben, haben wir gute Erfahrungen gemacht. Die Bürger wollen den Kreisverkehr.“

 

 

Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung

Beim Tag der offenen Tür im Stuttgarter Rathaus am Samstag, 17. September, kann man sich vom Oberbürgermeister persönlich durchs Rathaus führen lassen. In der Sommerpause 2023 will sich OB Nopper dann wieder auf seine große Tour durch alle 23 Stuttgarter Stadtbezirke begeben. Zudem gibt es den Stuttgarter Bürgerhaushalt, über den Vorschläge und Anregungen zum Haushalt der Stadt eingebracht werden können.