Der Dokumentarfilm „Das Limit bin nur ich“ begleitet den Stuttgarter Jonas Deichmann auf dem wohl längsten Triathlon aller Zeiten.

 

 

Seinen Bart hat Jonas Deichmann mittlerweile gestutzt. Während der 14 Monate, in denen der gebürtige Stuttgarter laufend, schwimmend und radfahrend einmal den ganzen Globus – von München nach München – umrundet hat, trug er sein Gesichtshaar lang. Der Profi-Abenteurer, Extremsportler und mehrfache Weltrekordhalter hat den wohl längsten Triathlon aller Zeiten bewältigt. Der Dokumentfilm „Das Limit bin nur ich“, der in dieser Woche in den Kinos startet, erzählt von seiner spektakulären Reise. Das gleichnamige Buch ist ein Spiegel-Bestseller.

Vor rund fünf Jahren hat Jonas Deichmann seinem bürgerlichen Leben ade gesagt. „Seitdem bin ich Profi-Abenteurer und habe keine Wohnung mehr“, sagt der 35-Jährige, der auf seinen Vortragstouren im Zelt oder im Hotel lebt, ab und an bei Freunden unterkommt und in Stuttgart noch immer einen Rucksack stehen hat. Jonas Deichmann liebt die innere und äußere Unabhängigkeit. Seine Neugier ist groß, ebenso die Lust auf Unvorhersehbares. „Ein Abenteuer ist immer mit Risiko verbunden“, sagt Jonas Deichmann, der einige Geschwindigkeitsrekorde mit dem Fahrrad aufgestellt hat: in 97 Tagen von Alaska bis Feuerland, in 64 Tagen von Portugal bis Wladiwostok und zuletzt in 72 Tagen vom Nordkap bis ans Kap der Guten Hoffnung.

Doch seine bislang größte Herausforderung war der Triathlon um die Welt. Ende September 2020 ging es von München aus mit dem Fahrrad nach Kroatien. Dort schwamm Deichmann 456 Kilometer entlang der Küste bis nach Dubrovnik. Zurück auf dem Fahrrad durchquerte er Europa und Russland. Auf der nächsten Etappe lief er einmal quer durch Mexiko, von Tijuana nach Cancún, und das letzte Teilstück von Portugal nach München bewältigte er im Sattel. Diese letzten 4000 Kilometer mit dem Rad seien wie Urlaub gewesen, sagt Jonas Deichmann. Doch es gab auch harte Tage. Die Schwimmetappe habe ihn mental vor die größte Herausforderung gestellt, berichtet er. 54 Tage war er allein im Wasser. „Beim Laufen und Radfahren gibt es viel Ablenkung und immer wieder Menschen. Im Meer ist die einsamste Zeit. Du bist allein und denkst viel über das Leben nach und die nächsten Projekte.“ Und darüber, dass mehr Plastikmüll als Fische im Meer schwimmen. „Ich sehe wunderschöne Landschaften, aber auch, wie sie vermüllt werden.“

Zwar treibt Jonas Deichmann in erster Linie die Abenteuerlust an, doch er hat auch eine Botschaft, sagt er. „Und dazu gehören der Umweltschutz und Charity-Projekte, etwa Fahrräder für Kinder in Afrika.“ Das Besondere auf seinen Reisen sei aber der Kontakt mit den Menschen, sagt Jonas Deichmann. „Und egal, wie die weltpolitische Lage auch ist. Ich treffe überall nette und freundliche Leute, in der Ukraine, in Russland oder im Iran. Das gibt mir auch viel Hoffnung.“ Ebenso wie die Erkenntnis, „dass es immer eine Lösung gibt und man so viel mehr erreichen kann“. Auf der Strecke von Karlobag nach Dubrovnik an der kroatischen Küste hat Jonas Deichmann einen Schwimmrekord aufgestellt: 460 Kilometer Schwimmen in 280 Stunden. Doch das ist nicht mehr als eine Randnotiz. „Der Weg ist das Ziel, der Rekord ist ein Bonus“, sagt er und plant schon das nächste Abenteuer, das Ende 2023 starten wird. „Es wird wieder eine Weltumrundung. Und zwar auf eine Weise, wie sie noch nie zuvor gemacht wurde. Mehr wird noch nicht verraten.“

 

 

„Das Limit bin nur ich“

Der Film „Das Limit bin nur ich“ ist im Delphi Arthaus Kino, Tübinger Straße 6, zu sehen. Am Dienstag, 31. Mai, 19.30 Uhr, erzählt Jonas Deichmann in der Liederhalle in einer Multivisionsschau über seinen Triathlon um die Welt.