Gläubige haben seit dem 4. Mai wieder die Möglichkeit, Gottesdienste zu feiern. Auch in Stuttgarter Kirchen heißt es nach der Öffnung weiterhin: Abstand halten.

 

 

Einige Wochen lang hat das Coronavirus das Gemeindeleben lahmgelegt. Nun nehmen Kirchen im Südwesten nach und nach unter strengen Auflagen ihre Gottesdienste wieder auf. „Die Menschen freuen sich sehr darüber“, sagt Werner Laub, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Elisabeth im Stuttgarter Westen, wo es ab dem 9. Mai wieder losgeht. Dabei sei es weiterhin wichtig, Vorschriften einzuhalten. „Leider wird ein Gottesdienstbesuch aufgrund des eingeschränkten Platzangebotes zunächst nicht für alle möglich sein.“

So werden in St. Elisabeth maximal 80 Plätze mit dem nötigen Abstand von zwei Metern zur Verfügung stehen. Um am Gottesdienst teilzunehmen, muss man sich vorher telefonisch anmelden. Auch in der Stiftskirche wird der Einlass der Gottesdienstbesucher kontrolliert, um die vorher festgelegte Höchstzahl nicht zu überschreiten. Hier werden zudem weitere Gottesdienste angeboten: „Im Moment gehen wir von zwei Sonntagsgottesdiensten um 10 Uhr und um 11 Uhr mit einer Länge von jeweils 35 bis 40 Minuten aus“, so Stiftskirchenpfarrer Matthias Vosseler. „Dazwischen wird gelüftet und desinfiziert. Alles findet im Kirchenschiff statt, wo die Plätze, auf denen man sitzen darf, vorab markiert wurden.“

Pfarrer Siegfried Schwenzer von der Matthäuskirche in Heslach hat schon mal Regel-konform bestuhlt und schaut sich zuversichtlich in seiner Kirche um: „Eine neue Ästhetik für die Matthäuskirche. Dabei trägt schon die neue Anordnung der Stühle eine eigene Botschaft in sich: Abstand halten bleibt das Gebot in der neuen Normalität.“ Im Mittelschiff finden nun 60 statt bisher 200 Personen Platz. Auch kleinere Kirchengemeinden müssen bis auf Weiteres ihre Besucherzahl beschränken.

Die evangelische Kirche in Zazenhausen hat sich gut vorbereitet, wie Pfarrerin Stephanie Krause berichtet: „Wir haben den Kirchenraum genau ausgemessen.“ Da nur noch jede dritte Bank besetzt wird, passen jetzt 28 Menschen in die Nazariuskirche. Ab dem 10. Mai beginnen hier die Gottesdienste. „Wir bitten die Besucher, Masken zu tragen. Für die, die ihren Mundschutz vergessen, haben wir auch etwas vorrätig. Desinfektionsmittel steht am Eingang bereit“, so Krause. Der Gottesdienst wird auch hier von rund 50 auf 35 Minuten gekürzt. Gemeinschaftlicher Gesang bleibt – aufgrund der Infektionsgefahr – aus. „Mit Kantorendienst und Orgel können wir sicherlich auch schöne Gottesdienste feiern“, sagt Pfarrer Werner Laub.

 

 

Die Regelungen im Überblick

Bis zum 31. August muss in Kirchen, Gottesdiensträumen und im Freien ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Besuchern gewährleistet sein. In einem Haushalt zusammenlebende Personen bilden die Ausnahme: Sie dürfen näher zusammensitzen. Die Anzahl der zulässigen Gottesdienstbesucher ist abhängig von der Größe der Kirche. Gesangbücher werden nicht ausgegeben, da auf gemeinsames Singen verzichtet wird, ebenso auf den Einsatz von Blasinstrumenten. Der Einsatz eines Solisten ist möglich. Bei Bestattungen, Urnenbeisetzungen und Totengebeten werden wieder maximal 50 Teilnehmer zugelassen.