Exponate und Bilder ausstellen, das geht gerade hervorragend an und in Fenstern – Künstlerinnen wie Christa Klebor verwenden die Werke als Hingucker in Läden.

 

 

Das Atelier ist zu, die Galerie geschlossen. Doch wie schafft man sich nun eine corona-konforme Bühne als Künstlerin oder Künstler? Um ihre Kunst sichtbar zu machen, kamen daher verschiedene Stuttgarter Künstler auf die Idee, ihre Werke in Schaufenstern auszustellen. Denn: „Ohne Betrachter existiert ein Bild nicht“, erklärt die Cannstatter Künstlerin Christa Klebor. Sie betreibt seit Frühjahr 2020 zwei Ausstellungen, die jedoch nur eingeschränkt besucht werden dürfen.

Ihr Plan B: „Die Cannstatter-Schaufenster-Ausstellung. Ich habe insgesamt 13 überwiegend inhaber­geführte Geschäfte mit ins Boot geholt, die Resonanz war auf Anhieb positiv. Jeden Tag erhalte ich schöne Rückmeldungen. Bereits vier Kunstwerke konnte ich verkaufen“, erzählt die Künstlerin, die ihr Atelier Art-Labor seit einigen Jahren bei Rilling Sekt hat. Ihr künstlerisches Ausdrucksmittel ist die expressive Malerei. Hier prallen farbige Fragmente aufeinander. Ihr Hauptmotiv: Frauen.

Insgesamt 49 Werke, auf Leinwände gemalt in verschiedenen Formaten und in unterschiedlichen Techniken, hängen nun in Schaufenstern – unter anderem bei Brillen Kugler GmbH, Wilhelmstraße 3; Göckelmann – Eisenwaren, Wilhelmstraße 21; bei der Kron-Apotheke, Marktstraße 59; oder im Schaufenster der Osiander Buchhandlung, Marktstraße 33. Mit dieser Aktion möchte Christa Klebor außerdem darauf hinweisen und gleichzeitig anregen, dass man Gutes auch direkt vor der Tür in Bad Cannstatt erwerben sollte. „Ich möchte damit den Einzelhandel vor Ort stärken. Es ist natürlich toll, wenn meine Kunst dazu beiträgt, dass lokal eingekauft wird. Gerade jetzt muss man zusammenhalten.“

Was macht man als Kulturschaffender im Lockdown? Das haben sich Elin Doka und Andreas Bär vom Projektraum Ostend gefragt. „Unter anderem räumt man mal wieder auf und mistet aus und sortiert sich. Dabei kommt allerlei Spannendes zutage . . .“, geben die Betreiber auf ihrer Website bekannt. Was genau, das präsentieren sie in den Schaufenstern des Projektraums, Achalmstraße 18 (Ecke Haußmannstraße), im wöchentlichen Wechsel. Werke internationaler, nationaler und lokaler Künstler sind hier zu sehen. Gezeigt werden Arbeiten von ABR über Joseph Kosuth bis Jim Zimmermann; von Jim Avignon über Martin Kippenberger bis Annett Zinsmeister. „Zu vielen dieser Arbeiten gibt es ungewöhnliche Geschichten, die erzählt werden wollen“, verraten die beiden.

„Indem wir diese Schätze ins Licht stellen, beleuchten wir auch unsere eigene Historie, die uns mit den Künstlerkollegen in Verbindung gebracht hat.“ Eine weitere Aktion, die es bereits seit 2014 gibt, heißt „Das Fenster“ und befindet sich in der Franz-Schubert-Straße 64 in Botnang. Das besagte Fenster würde ganz schön leer aussehen, wenn es nicht durch Kunstwerke und -installationen bereichert werden würde.

Hintergrund ist, dass viel zu häufig leer stehende oder umgenutzte Läden mit ihren überflüssig gewordenen Schaufenstern einen tristen Anblick in den Straßen bieten. Das wollte Initiatorin Eva Maria Beck ändern. „Wir beleben unser Fenster mit den Werken künstlerisch Schaffender neu. Deshalb laden wir kreative Menschen ein, ihre Arbeiten für eine gewisse Zeit zu präsentieren. Auch Kindermalereien sind erwünscht oder Werke auf Leinwänden.“ Die Ausmaße des Fensters sind 120 x 197 Zentimeter. Die Tiefe der Ausstellungsfläche beträgt 40 Zentimeter.

 

 

Zu den Künstlern und den Aktionen

Zu Künstlerin Christa Klebor erfährt man mehr unter www.ck-kreativwerkstatt.de. Mehr Einblicke zu den Arbeiten aus­gestellt im Projektraum Ostend online auf www.projektraum-ostend.de. Und zur Aktion „Das Fenster“ sind Infos sowie das Werk des/der aktuellen Künstler*in online unter www.kunstimfenster.de einsehbar.